Deutsche Bank Anleihen
Das Prinzip Angst

Die Deutsche Bank kämpft gegen einen erschreckenden Vertrauensverlust. Der Rückkauf eigener Anleihen würde ihr dabei nur wenig helfen

FrankfurtWenn der Vorstand einer Bank gleich mehrfach versichert, alles sei in Ordnung, jede anstehende Zahlung sei problemlos zu leisten – dann ist es schon weit gekommen.

John Cryan, der Chef der Deutschen Bank, sah sich zu dieser Versicherung veranlasst, nachdem der Kurs seiner Bank immer weiter fiel und gleichzeitig Papiere, mit denen man sich gegen eine Pleite der Bank absichern kann, im Kurs geradezu explodierten.

In diese Situation platzte am Dienstagabend ein Bericht der „Financial Times“, dass das Geldhaus überlegt, einen Teil ihrer Anleihen zurück zu kaufen. Von „einigen Milliarden“ ist die Rede, eine Bestätigung dafür gibt es nicht. Es stellt sich allerdings die Frage, wie die Deutsche Bank auf diesem Weg das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen könnte.

Besonders unter Druck gekommen sind in den letzten Tagen nachrangige Anleihen, die bei einer drohenden Pleite in Aktien umgewandelt und dabei wahrscheinlich an Wert verlieren würden. Diese Papiere sind bei den angeblichen Rückkaufplänen aber nicht gemeint. Sie zählen ja auch zum Haftungskapital der Bank, eine Schwächung dieser Basis wäre kaum denkbar.

Der Rückkauf der regulären Anleihen könnte der Bank einen Gewinn bescheren, weil die Papiere unter 100 Prozent an der Börse notieren. Aber selbst gesetzt dem eher theoretischen Fall, dass sie es schaffen würde, 50 Milliarden zu 98 Prozent zurück zu kaufen, wäre das nur ein Gewinn von einer Milliarde Euro.

Letztlich würde ein Rückkauf von Anleihen die Bank aber Liquidität kosten – wie sollte sie damit das Vertrauen der Investoren erhöhen? Die Aktion wäre ja ähnlich, wie wenn ein Unternehmen, das unter Druck gerät, freiwillig Kreditlinien zurückgibt.

Bei dem dramatischen Vertrauensverlust der Bank spielt ein Begriff eine Rolle, der aus der vergangenen Finanzkrise noch in unheilschwangerer Erinnerung ist: Derivate. Rund 50 Billionen Euro beträgt das nominale Volumen nach dem Ausweis des letzten Geschäftsberichts.

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