Deutsche Bank
Aufsichtsrat lehnt Sonderprüfung von Rechtsstreits ab

Prozesskosten und Strafen belasten die Deutsche Bank mit Milliardenbeträgen, zuletzt 2,3 Milliarden Euro wegen Zins-Manipulationen. Aktionärsschützer fordern eine Sonderprüfung – den Kontrolleuren ist das aber zu teuer.
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FrankfurtDer Aufsichtsrat der Deutschen Bank hält die von Aktionärsschützern geforderte Sonderprüfung der zahllosen Rechtsstreitigkeiten für unnötig. Es gebe „keinen Anlass, einen weiteren Prüfer mit der Beurteilung der Sachverhalte zu betrauen“, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Stellungnahme der Bank. Die Abschlussprüfer widmeten diesen Themen ohnehin großes Augenmerk. Zudem seien die Spielräume für die Bildung von Rückstellungen in der Bilanz eng. Daher sei eine kostspielige Sonderprüfung „nicht im Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre“.

Darüber abgestimmt wird auf der Hauptversammlung am 21. Mai trotzdem. Hinter den Antrag der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatten sich die Inhaber von rund einer Million Deutsche-Bank-Aktien gestellt. 200.000 Stimmen hätten dafür schon gereicht. Erreicht der Antrag bei den Aktionären nicht die erforderliche absolute Mehrheit, könnte die DSW sie noch bei Gericht durchzusetzen versuchen.

Die Wirtschaftsprüfer von BDO sollen nach dem Willen der DSW vor allem überprüfen, ob die Bank genügend Rückstellungen für ihre zahllosen Rechtsstreitigkeiten gebildet hat - von Klagen wegen fauler Hypothekenkredite in den USA bis zur angeblichen Manipulation des Devisenhandels. „In fast jedem größeren Fall mit internationalem Bezug gehört die Deutsche Bank zum Kreis der Verdächtigen“, heißt es in der Begründung des Antrags. Das gelte es künftig zu verhindern.

Für jahrelange Unregelmäßigkeiten bei der Ermittlung des Referenzzinssatzes Libor hatte die Deutsche Bank am Donnerstag einen 2,5 Milliarden Dollar teuren Vergleich mit den Behörden in den USA und Großbritannien geschlossen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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