Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef
Achleitner wehrt sich gegen Aufspaltung von Banken

Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner wehrt sich im Handelsblatt-Interview gegen die Pläne der SPD, die Universalbanken zu zerschlagen. Die Umsetzung der Pläne bringe unbeabsichtigte Nebenwirkungen mit sich.
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FrankfurtDer Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, lehnt die Pläne des möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, Universalbanken in einzelne Geschäftsbereiche unter einer Holding zu trennen, ab. „Man würde mit der Zerschlagung der heutigen Universalbank ohne Zweifel etwas zerstören, was auch für die deutsche Industrie wichtig ist“, sagte Achleitner im Interview des Handelsblatts.

Anders als von Steinbrück behauptet, würden damit keineswegs die richtigen Lehren aus der Finanzkrise gezogen: „Alle Experten wissen, dass ein breiter diversifiziertes Unternehmen wie eine Universalbank weniger Risiken mit sich bringt“, sagte er dem Handelsblatt. Die Institute, die in der Finanzkrise die größten Probleme gehabt hätten, seien in erster Linie Spezialinstitute wie die Hypo Real Estate, die IKB, die Landesbanken oder Lehman Brothers. Die Universalbank Deutsche Bank hingegen blicke auf eine erfolgreiche 140-jährige Geschichte zurück.

Der Steinbrück-Plan war am Dienstag in der SPD-Bundestagsfraktion diskutiert worden und soll am Mittwoch der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das Konzept des möglichen Kanzlerkandidaten Steinbrück trägt den Titel: „Vertrauen zurückgewinnen: Ein neuer Anruf zur Bändigung der Finanzmärkte“. Darin ist unter anderem ein neuer europäischer Rettungsschirm für angeschlagene Geldhäuser vorgesehen, den die Banken selbst finanzieren Mitteln. Wenn ein Geldhaus vor der Pleite steht, sollte nach der Vorstellung Steinbrücks nicht gleich mit Steuergeld geholfen werden. Zuerst sollen Gläubiger und Aktionäre haften. Das „Zielvolumen“ des neuen Bankenschirms soll 200 Milliarden Euro betragen.

Achleitner betonte im Interview, dass die Deutsche Bank sich gewandelt habe. Eigenhandel ohne Kundenbezug betreibe das Institut schon seit 2009 nicht mehr. Der Kulturwandel sei weiter fortgeschritten als von der Öffentlichkeit wahrgenommen. „Kulturwandel kann nur von innen kommen.“

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  • Herrn Achleitners Einschätzung ist durch Eigeninteressen stark verzerrt. Ich habe diesbezüglich einen Artikel in meinem Blog verfasst. Leser, die eine kritische Diskussion zu Herrn Achleitners Behauptungen interessiert, sind herzlich eingeladen, mich auf folgender Seite zu besuchen:

    http://finhistomics.com/2012/10/19/who-benefits-and-who-loses-from-tbtf-banks-the-economics-of-too-big-to-fail/

  • Zeile 9
    Pleite waren die Lehmann-Brüder, nicht Goldmann Sachs!
    Entschuldigung.

  • Ein Anwaltsstudium und ein edizinstudium Nein. Das eltztere hat es eben nicht gereicht. Wohl aber für Ruf-Mordersuche.

    http://central.banktunnel.ezu/hiv/ruf-mordversuch.jpg

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