Deutsche Bank
Bank baut Geschäft mit reichen Chinesen aus

Nach dem Rückzug anderer Banken hat der Wettbewerbsdruck in der Vermögensverwaltung in Asien nachgelassen. Die Deutsche Bank sieht hier große Chancen und will ihr Geschäft ausbauen, vorwiegend in Singapur und Hongkong.

Hongkong/SingapurDie Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank will ihr Geschäft in Asien ausbauen. Die Frankfurter nehmen in der Region künftig verstärkt Kunden ins Visier, die zwischen fünf und 20 Millionen Dollar auf der hohen Kante haben, wie der zuständige Manager Ravi Raju am Dienstag auf einer Konferenz der Nachrichtenagentur Reuters in Singapur ankündigte.

Nach dem Rückzug anderer Banken habe der Wettbewerbsdruck in der Vermögensverwaltung in Asien nachgelassen und man könne auch mit einem Marktanteil von drei bis fünf Prozent erfolgreich sein, sagte Raju. „Ich sehe deshalb große Chancen.“

Bisher konzentriert sich die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank in Asien in erster Linie auf Kunden, die über mehr als 20 Millionen Dollar verfügen. Laut dem Branchenmagazin Asia Private Banker verwaltete das Institut in der Region vergangenes Jahr 66 Milliarden Dollar und lag damit auf dem achten Rang.

In den kommenden 12 bis 18 Monaten will die Bank nun in Singapur und Hongkong ihre Kapazitäten aufstocken, wie Raju erklärte. In Hongkong plant er 25 neue Berater einzustellen, die reiche Chinesen umwerben sollen. Raju leitet die Vermögensverwaltung der Bank in der Region Asien-Pazifik und hat dabei über 700 Mitarbeiter unter sich.

Parallel verkündete die Deutsche Bank am Dienstag den Abgang ihres Asien-Chefs Gunit Chadha. Er verlasse das Geldhaus Mitte Juli auf eigenen Wunsch, erklärte Vorstandschef John Cryan in einer Nachricht an die Mitarbeiter. „Wer sein Nachfolger wird, geben wir zeitnah bekannt.“

Chadha wechselte 2003 als Landeschef für Indien zur Deutschen Bank. 2012 wurde er zum Co-Chef für die Region Asien-Pazifik ernannt, seit vergangenem Jahr ist er für sie als alleiniger Vorstandschef verantwortlich. 2015 hat das Geldhaus in der Wachstumsregion rund 13 Prozent seiner Erlöse eingefahren nach zwölf Prozent im Jahr zuvor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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