Deutsche Bank
„Bei uns keine Minuszinsen für Privatkunden“

Christian Sewing, Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, hält es für möglich, auch für dieses Jahr auf Bonizahlungen zu verzichten. Zwei hochrangige Aktienmarktspezialisten werden auf jeden Fall die Bank verlassen.

BerlinPrivatkunden der Deutschen Bank müssen laut dem Management nicht fürchten, dass auf ihre Ersparnisse negative Zinsen erhoben werden. Auf die Frage, ob die Privatanleger mit Strafzinsen rechnen müssen, sagte Privatkundenvorstand Christian Sewing der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch: „Bei uns nicht.“ Allerdings werde die Niedrigzinsphase viele deutsche Banken dazu zwingen, die Kontoführungsgebühren zu erhöhen. „Ein Bankkonto ist ein Service, der etwas kostet“, sagte Sewing.

Die Deutsche Bank befindet sich in schwierigem Fahrwasser. Nach einem Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr machte sie zwar im ersten und zweiten Quartal 2016 Gewinn, jedoch lag der Wert in beiden Fällen weit unter dem im jeweiligen Vorjahreszeitraum

Für das vergangene Jahr gab es wegen der schlechten Ergebnisse keine Dividende und auch keine Boni für die Vorstände. Sewing hält dies auch 2016 für möglich. „Klar ist, wenn wir unseren Aktionären keine Dividende zahlen, dann muss auch unser eigener Bonus zur Debatte stehen.“ Letztlich liege die Entscheidung aber beim Aufsichtsrat.

Für Schlagzeilen hatte zuletzt das schlechte Abschneiden der Deutschen Bank beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) gesorgt. Sewing versicherte allerdings, die Bank sei "vollkommen stabil". „Es geht uns weitaus besser, als es den Anschein haben mag.“ Eine mögliche Kapitalerhöhung sei derzeit kein Thema. „Unser Kapital ist ausreichend und zufriedenstellend.“

Der Vorstandsvorsitzende John Cryan will die größte deutsche Bank mit der „Strategie 2020“ einfacher und effizienter machen. Dazu gehört auch, dass weltweit tausende Stellen wegfallen und das Filialnetz ausgedünnt wird. Sewing verteidigte den Wegfall von Niederlassungen. „Fast die Hälfte unserer Kunden kommt nur noch einmal im Jahr in die Filiale“, sagte er der "Bild"-Zeitung. „Wir müssen unser Angebot dem Kundenverhalten anpassen und unsere Kosten gleichzeitig reduzieren.“

Zum Umbauplan gehört laut Sewing auch weiterhin, die Tochtergesellschaft Postbank zu verkaufen. „Aber der Preis muss stimmen. Wir können warten“, sagte Sewing.

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Zwei US-Spezialisten verlassen die Bank

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