Deutsche Bank Belegschaft soll deutlich schrumpfen

Die Deutsche Bank will schlanker werden: In den nächsten Jahren soll die Anzahl der Beschäftigten spürbar verringert werden. Außerdem rückt Richard Meddings für John Cryan in den Aufsichtsrat der Bank nach.
Update: 14.09.2015 - 17:05 Uhr
Deutschlands größtes Geldhaus möchte Stellen abbauen, nach Informationen des Handelsblatts steht allerdings noch nicht fest, wie viele. Quelle: dpa
Deutsche Bank

Deutschlands größtes Geldhaus möchte Stellen abbauen, nach Informationen des Handelsblatts steht allerdings noch nicht fest, wie viele.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Deutschen Bank steht ein großer Stellenabbau bevor. Nach Informationen des Handelsblatts traf der Co-Vorstandsvorsitzende John Cryan auf einer Klausurtagung von Aufsichtsrat und Top-Management am Tegernsee zwar keine Aussage darüber, wie viele Stellen insgesamt gestrichen werden sollen. Doch unter anderem sollen zahlreiche Arbeitsplätze in Niedriglohnländern gefährdet sein. Allein 15.000 Arbeitsplätze fallen zudem durch die lange beschlossene Trennung von der Postbank weg, die für das kommende Jahr geplant ist. Derzeit beschäftigt die Deutsche Bank etwa 98.000 Mitarbeiter.

Einsparpotenzial bei Mitarbeitern gebe es unter anderem durch den Aufbau einer leistungsfähigeren IT, sagte ein der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Bei der Deutschen Bank sind nach Unternehmensangaben mehr als 40.000 Menschen mit Verwaltungstätigkeiten ohne Kontakt mit Kunden beschäftigt. Das habe Cryan auf der Aufsichtsratsklausur am Wochenende am Tegernsee klar gemacht.

Das Banken-Chamäleon
Zeugnis der Anfangstage
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Der 10. März 1870 ist der Gründungstag der Deutschen Bank. Standort war damals nicht Frankfurt, sondern Berlin. Gründer waren Privatbankier Adelbert Delbrück und der Politiker Ludwig Bamberger. Erster Vorstandssprecher ist Georg von Siemens. Im Gründungsstatut wird die Bedeutung des Auslandsgeschäfts unterstrichen: „Der Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art, insbesondere Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen Europäischen Ländern und überseeischen Märkten.“ Eine klare Ausrichtung des jungen Instituts.

Hauptsitz in Berlin
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So sah die Zentrale der Deutschen Bank in Berlin aus, hier auf einer späteren Aufnahme aus dem Jahr 1929. Ab 1880 finanzierte die Bank zunehmend Industrieprojekte. Der Ausbau des Filialnetzes hatte zunächst keine Priorität, die meisten Geschäfte wurden aus Berlin abgewickelt.

Frankfurt kommt erst später
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Weiteres Standbein ist von Beginn an das Einlagengeschäft. Bis 1873 eröffnet die Bank Filialen in Bremen, Hamburg, Yokohama, Schanghai und London. London ist schon damals die wichtigste Auslandsniederlassung. Die Filiale in Frankfurt am Main, heute der Hauptsitz, öffnet erst 1886. Im Bild die Niederlassung an der Frankfurter Kirchnerstraße anno 1914.

Filiale in der Fuggerstadt
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Die Filialen prägten natürlich auch nicht überall das Stadtbild, so wie in Berlin und später in Frankfurt. Diese Aufnahme zeigt die Straßen von Augsburg zur Jahrhundertwende – also 1900.

Geschäftssitze im Wandel der Zeit
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Gegen Ende des ersten Weltkriegs entstand dieses Foto von kaiserlichen Militärs vor der Niederlassung in Bremen. An der Filiale in der Hansestadt lässt sich der Wandel im Stadt- und Bankenbild gut illustrieren.

Bremen 50 Jahre später
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Das historische Gebäude am Domshof blieb der Handelsstadt Bremen erhalten. Das Umfeld hat sich komplett verändert – das gilt auch für Geschäftsfelder. Auf Wandel musste das Institut in seiner Geschichte immer wieder reagieren.

Neuausrichtung nach dem Ersten Weltkrieg
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Mit Ende des Erste Weltkriegs war auch das Auslandsvermögen des Instituts verloren. Die schwierige Wirtschaftslage nebst Inflation in der Weimarer Republik macht es der Deutschen Bank nicht einfach. Im Bild ein Kassenschalter aus dem Jahr 1920.

Die Bank, die bereits größere Umstrukturierungen hinter sich hat, will die Kosten mittelfristig um weitere 3,5 Milliarden Euro senken. Weitgehend zurückziehen will sie sich Insidern zufolge aus Russland, wo sie von einem Geldwäsche-Skandal erschüttert wird.
Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Insidern zufolge sind Entscheidungen auf der Aufsichtsratssitzung am 28. Oktober zu erwarten. Cryan hatte nun seine Pläne für den Umbau der Deutschen Bank zum ersten Mal mit dem Aufsichtsrat diskutiert. „Er hat etwas getan, was bei der Deutschen Bank ungewöhnlich ist: Er hat ganz offen die Wahrheit gesagt“, sagte ein Teilnehmer der Tagung.

Cryan habe dem Gremium gemeinsam mit dem seit drei Jahren amtierenden Co-Chef Jürgen Fitschen Rede und Antwort gestanden. Über die Probleme der Bank habe Cryan aber praktisch allein gesprochen. „Man hatte zum ersten Mal überhaupt das Gefühl, dass einer Klartext spricht.“

Der Brite saß vorher drei Jahre lang selbst im Aufsichtsrat. Er hatte bereits bei seinem Amtsantritt harte Einschnitte angekündigt und von „inakzeptabel hohen Kosten“ gesprochen.

Meddings in den Aufsichtsrat
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