Deutsche-Bank-Bilanz
Anleihegeschäft gefährdet Ackermanns Rekordziele

In einem schwierigen Marktumfeld will die Deutsche Bank ein Rekordergebnis einfahren. Doch die Euro-Krise könnte Ackermanns Bilanz in den kommenden Wochen doch noch verhageln.
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FrankfurtDie nächsten beiden Wochen sind für das Erreichen der Rekordziele von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vermutlich entscheidend. Angesichts des weiter geringen Volumens im Anleihegeschäft bleibe abzuwarten, wie sich die zweite September-Hälfte entwickle, erklärten Bankanalysten von JP Morgan am Freitag nach einem Abendessen mit dem Vorstandschef. Nach einem „nicht so guten“ August verbessere sich die Lage im September im Allgemeinen, zitierten die Experten Ackermann. Das Marktumfeld bleibe aber herausfordernd. Die Analysten erwarten eine Aktualisierung der Jahresziele bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal Ende Oktober. Bislang hält Ackermann daran fest. 

Für JP Morgan ist der angepeilte Vorsteuergewinn von zehn Milliarden Euro 2011 wegen der Turbulenzen in Folge der Euro-Schuldenkrise dagegen nicht mehr erreichbar. Die Analysten gehen in der Summe der Kerngeschäftsbereiche von 8,9 Milliarden Euro aus. Dabei wird nach ihrer Einschätzung vor allem das Investmentbanking nicht den erhofften Ergebnisbeitrag von 6,4 Milliarden Euro erwirtschaften können. JP Morgan rechnet mit maximal 4,9 Milliarden Euro Gewinn im Kapitalmarktgeschäft des größten deutschen Geldhauses. 

Die Verunsicherung der Investoren wegen der Furcht vor einer Pleite eines Euro-Landes bremst die Aktivitäten besonders an den Anleihemärkten. Das bekommen alle Investmentbanken weltweit zu spüren, weshalb sie bereits den Abbau von insgesamt bis zu 50.000 Stellen angekündigt haben. Die Deutsche Bank wird Ackermann zufolge erst dann über ein zusätzliches Sparprogramm nachdenken, wenn sich die Krise in den nächsten Wochen nochmals verschärft. 

Laut der JP-Morgan-Studie ist der Bankchef aber zuversichtlich, dass das Institut heute sogar schlimmere Turbulenzen an den Märkten wie nach der Pleite von Lehman Brothers 2008 besser überstehen könnte. Die Verluste würden niedriger ausfallen. Ackermann habe zudem klar gemacht, dass die Deutsche Bank auch bei einer solchen Verschärfung der Krise keine Staatshilfe benötige. Trotz schärferer Vorgaben durch das Regelwerk Basel III sehe er zudem keinen Bedarf für eine Kapitalerhöhung, heißt es in der Studie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Selbst wenn es 2011 "nur" 8,9 Mrd. EUR werden sollten (und wenn es tatsächlich dieses Jahr noch zu einer Staatspleite in der Eurozone käme, werden es viell. auchz nicht mal die 8,9 Mrd.):
    Das wäre der höchste Konzerngewinn, den die DB je eingefahren hat, weit höher als 2007, als 2006/2007, als der Börsenkurs noch 4-5 mal so hoch war.

    Es ist immer eine Frage des Blickwinkels:
    Besteht die Gefahr, dass die DB ihr ehrgeiziges Ziel nicht erreicht? Ja, in diesem Wirtschaftsumfeld sicherlich.

    Wäre es deshalb ein schlechtes Ergebnis? Nein, absolut gar nicht. Schon gar nicht im Vergleich zur Konkurrenz.

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