Deutsche Bank
Bill Baer und die Milliardenstrafe

Eine Umorganisation im US-Justizministerium könnte die Gespräche um eine Milliardenstrafe für die Deutsche Bank entscheidend erschwert haben. Der Mann, der das Sagen hat, knöpfte sich in einer Rede kürzlich Banken vor.
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WashingtonMitarbeiter des US-Justizministeriums, die in diesem Sommer die umstrittenen Geschäfte der Deutsche Bank mit Hypothekenpapieren in den Jahren vor der Finanzkrise untersuchten, gingen zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass die größte deutsche Bank die Angelegenheit für zwei bis drei Milliarden Dollar (1,8 bis 2,7 Milliarden Euro) beilegen könne. Das erfuhr Bloomberg von Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind. Die Summe wäre für die Bank eine Erleichterung, denn für juristische Streitigkeiten hat das Institut 5,5 Milliarden Euro zurückgestellt.

Doch dann kam im September die Mitteilung, dass die USA die Vergleichsgespräche mit einer Forderung von 14 Milliarden Dollar(12,5 Milliarden Euro) eröffnet habe. Das würde den Rückstellungsrahmen sprengen und löste eine Diskussion über einen möglichen Bedarf an Staatshilfe aus. Die Deutsche Bank erklärte daraufhin, einen solchen Betrag werde sie nicht bezahlen. Dennoch löste die Meldung Turbulenzen an den Märkten aus und ließ den Aktienkurs des Kreditinstituts auf ein Rekordtief von knapp unter zehn Euro einbrechen.

Investoren fragten sich, ob die Bank ihr Kapital erhöhen müsse, um die Forderung der US-Justiz erfüllen zu können, zumal sie in noch weitere potenziell kostspielige Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist.

Es ist unklar, was das US-Justizministerium dazu brachte, diesen Eröffnungszug zu wählen. Bekannt ist aber, dass sich in den vergangenen Monaten dort einiges Grundlegende geändert hat.

Mit einer Reorganisation an der Spitze des Justizministeriums erhielt eine andere Person die Verantwortung für die Ermittlungen im Zusammenhang mit den Hypothekenpapieren (RMBS). Diese Person, Bill Baer, kritisierte kürzlich in einer Rede in Chicago, dass die Banken nicht ausreichend kooperiert und zu ihrer eigenen Misere beigetragen hätten. Er sagte, die Banken hätten unnötige Verzögerungen verursacht und eine „Wolke der Unsicherheit“, die nun über einigen Instituten hänge.

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Frustrierte US-Offizielle?

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  • Das ist doch längst ein Wirtschaftskrieg zwischen USA und EU. Die Firmen sind nur die ausgespähten Einschlagsziele.

  • Und wer kommt für die finanziellen Verluste von weltweiten Anlegern in ABS (Asset Backed Securities) von amerikanischen Banken auf?

    Die gesamte Krise fing doch damit an, das US-Banken Immobilienkredite an wirklich Jedermann in den USA ohne Prüfung der finanziellen Verhältnisse vergaben, diese Kredite dann bündelten (um das Risiko zu verschleiern!) und dann weltweit verkauften! Somit war das Geld in den USA und das Risiko aus den USA heraus. Nachträglich läßt man eine (!) Bank (Lehmann) pleite gehen und die Sache ist erledigt.

  • Klar sind die frustriert... die arbeiten zu ganz normalen Beamtengehältern und die anderen feiern die Riesenparty (wir sind in dem Sinne ja alle auch frustriert). Also tritt man den Banken mit der Anfangsforderung wenigstens mal ordentlich in die E...

    Und der Put der Ehefrau gleicht ein wenig die finanzielle Ungerechtigkeit aus...

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