Deutsche Bank
Breuer zeigt sich bei Kirch-Zahlung kompromissbereit

Rolf Breuer zeigt sich kooperativ. Doch wie groß ist die Summe, mit der sich der ehemalige Deutsche-Bank-Chef an den Kosten für den Vergleich mit den Kirch-Erben beteiligen wird? Es kommt auf seine Versicherung an.
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FrankfurtDer frühere Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer will sich an den Kosten des Kirch-Vergleichs beteiligen. „Ich kann bestätigen, dass sich Herr Breuer in der Angelegenheit sehr kooperativ gibt“, sagte dessen Anwalt Wilhelm Happ der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Wieviel Geld der einstige Top-Manager aus seinem Privatvermögen angeboten hat, dazu wollte sich Happ nicht äußern. Zuletzt war in Medienberichten von einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag die Rede.

Deutschlands größtes Geldhaus hatte im Februar mit einem Vergleich über insgesamt 925 Millionen Euro nach mehr als zwölf Jahren einen Schlussstrich unter den Streit mit den Erben von Leo Kirch gezogen. Der damalige Bank-Chef Breuer hatte in einem Interview Zweifel an der Kreditwürdigkeit des wankenden Medienimperiums geschürt - und damit nach Lesart der Kläger die Pleite unausweichlich gemacht.

Zumindest einen Teil des Geldes will sich die Bank, die noch unter milliardenschweren Rückstellungen für viele andere Rechtsstreitigkeiten ächzt, nun zurückholen. Der Aufsichtsrat beschloss in der vergangenen Woche nach langen Beratungen der Hausjuristen, Breuer in Regress zu nehmen, wie eine mit der Sache vertraute Person sagte. Dazu werde Breuer in den nächsten Tagen Post bekommen. Die Deutsche Bank wollte sich zum Stand der Dinge und den Signalen aus Breuers Umfeld nicht äußern.

Im Mittelpunkt steht die Frage, in welchem Umfang dessen Manager-Haftpflichtversicherung (D&O) mit einer maximalen Versicherungssumme von 500 Millionen Euro greift. Sie ist auf insgesamt 15 Versicherer aufgeteilt, Hauptversicherer sind Zurich und Allianz, wie der Insider berichtete.

Die Bank gehe davon aus, am Ende wahrscheinlich nur einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag zu bekommen. Das sei nach Ansicht des Aufsichtsrates aber besser als gar nichts. Hinzu kämen dann - so hoffe die Bank - noch einige Millionen aus Breuers Privatschatulle. Zurich und Allianz lehnten eine Stellungnahme ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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