Deutsche-Bank-Chef Cryan Größere Banken wären gut für Europa

Während in China und in den USA große Finanzkonzerne weltweit investierten, sind in Europa laut Deutsche-Bank-Chef Cryan zu viele Institute tätig. Fusionen seien ein probates Mittel, aber schwierig umzusetzen.
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Der Chef der Deutschen Bank befindet, Europa brauche weniger, dafür größere, global agierende Finanzinstitute. Quelle: AFP
John Cryan

Der Chef der Deutschen Bank befindet, Europa brauche weniger, dafür größere, global agierende Finanzinstitute.

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FrankfurtDeutsche-Bank-Chef John Cryan mahnt eine Bereinigung des zersplitterten europäischen Bankenmarktes an. „Europa wäre gut bedient, wenn es eine Handvoll Institutionen gäbe, die auf globaler Ebene konkurrieren könnten“, sagte Cryan am Freitag bei einem Bankenkongress in Frankfurt. Die USA und China beispielsweise hätten sehr große Finanzkonzerne, die weltweit investierten. „In Europa gibt es zu viele Institute, vor allem in Deutschland.“ Ein Zusammengehen würde aus seiner Sicht helfen, aber dafür müsse das richtige Maß gefunden werden, sagte Cryan.

Immer wieder kochen Spekulationen über Bankenfusionen in Europa hoch angesichts des schwierigen Umfelds mit niedrigen Zinsen und starkem Wettbewerb. Erst in dieser Woche hatte der Einstieg des US-Finanzinvestors Cerberus bei der Deutschen Bank solchen Gedankenspielen neue Nahrung gegeben, denn Cerberus ist auch an der Commerzbank beteiligt. Bislang scheiterten grenzüberschreitende Bankenfusionen allerdings nicht zuletzt an der Politik.

Deutsche Bank verliert Anschluss an US-Riesen
Wichtiges Branchen-Ranking
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US-Investmentbanken profitieren von Donald Trump, die europäischen Geldhäuser schwächeln weiter. Das zeigt eine Studie der Marktforschungsfirma Coalition, die zweimal im Jahr die Ertragslage der weltgrößten Investmentbanken untersucht. Die Daten beinhalten die Erträge der Geldhäuser aus den drei wichtigsten Feldern des Investmentbanken-Geschäfts: dem Anleihehandel, dem Aktienhandel und dem sogenannten Investmentbanking, zu dem Fusionsberatung sowie das Platzieren von Aktien und Anleihen für Kunden zählt. Wie die Institute derzeit dastehen.

Platz 12: Société Générale
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Auf Platz zwölf steht wie auch schon im Vorjahr die Société Générale. Das französische Institut sticht dabei allerdings mit zwei Spitzenplätzen im Wertpapiergeschäft hervor. Bei Aktienderivaten (Platz zwei) und bei Termingeschäften (Platz 3) landen die Franzosen jeweils auf dem Treppchen.

Platz 11: BNP Paribas
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MIT BNP Paribas steht auch auf Platz 11 ein französisches Institut. Auch das größte Geldhaus des Landes hat sich damit im Coalition-Ranking weder verbessern, noch verschlechtern können. Das Institut hatte erst im März angekündigt, das Investmentbanking in Deutschland ausbauen zu wollen.

Platz 9: UBS
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Den neunten Platz im Ranking teilen sich zwei Institute. Die UBS hatte die Platzierung im Vorjahr noch exklusiv inne. Doch die Schweizer zeigten sich zuletzt etwas schwächer und mussten ihre beiden dritten Plätze bei den Geschäften mit Devisen und Derivaten abtreten.

Platz 9: HSBC
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Teilen muss sich die UBS den neunten Platz mit der HSBC, die sich damit um einen Platz im Ranking verbessert. Das in London ansässige, aber auf Asien fokussierte Institut hatte erst im März einen Führungswechsel eingeleitet.

Platz 8: Credit Suisse
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Einen Platz abwärts geht es für die Credit Suisse, die vom siebten auf den achten Rang abrutscht. Im Geschäft mit verbrieften Krediten und Wertpapieren verlieren die Schweizer ihren dritten Platz.

Platz 7: Barclays
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Barclays hat mit der Credit Suisse die Plätze getauscht und verbessert damit sich vom achten auf den siebten Platz. Die Briten agieren in keinem Segment herausragend, allerdings in beinah jedem Geschäftsbereich auf Top-Ten-Niveau.

Zu den vor einiger Zeit aufgekommenen Gerüchten, die französische Großbank BNP Paribas habe ein Auge auf die Commerzbank geworfen, äußerte sich BNP-Verwaltungsratschef Jean Lemierre auf der Konferenz ausweichend. In Richtung des direkt neben ihm auf dem Podium sitzenden Commerzbank-Chefs Martin Zielke sagte er: „Wir sind Freunde, Wettbewerber, wir mögen das. ... Nicht mehr, keine Spekulationen, kein Kommentar.“

Zielke verwies auf die wachsende Konkurrenz von Nichtbanken, die mit neuen Technologie die Finanzbranche aufmischen: „Die Antwort ist nicht immer: größer ist besser. Schneller ist besser.“

  • dpa
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