Deutsche-Bank-Chef Jain
„Besser, wenn mehr als eine Person verantwortlich ist“

Ja zur Doppelspitze: Anshu Jain will auch über 2017 hinaus die Geschicke der Deutschen Bank mitverantworten. Wenn Fitschen geht, wünscht sich Jain einen neuen Co – für eine Person sei die Leitung der Bank zu komplex.
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FrankfurtAnshu Jain will sich von Rückschlägen und Herausforderungen bei der Deutschen Bank nicht entmutigen lassen. Im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ betonte der Ko-Vorstandsvorsitzende, dass Hinschmeißen nicht infrage komme: „Ich werde so lange hier sein, wie ich gebraucht werde.“ Die Arbeit beim Institut sei noch nicht erledigt, auch wenn die Bank schon vieles geschafft habe. Er bekräftigte außerdem, dass er das Geldhaus gar nicht alleine führen wolle, wenn Fitschens Vertrag 2017 ausläuft. „Jürgen Fitschen und ich sind bereits das vierte Ko-CEO-Team in der Geschichte der Bank. Dieser Institution mit ihrer Komplexität und ihrer Geschichte tut es am besten, wenn mehr als eine Person verantwortlich ist.“

In der aktuellen Strategiedebatte bei der Deutschen Bank gibt es nach Aussagen Jains keine Tabus. „Wir gehen unvoreingenommen an die Sache heran, und es wird ein offener und weitreichender Prozess sein“, sagte Jain der „Zeit“. Man werde sich mit jeder Dimension des Geschäfts befassen und dann darstellen, was zu tun sei. Noch seien keine Entscheidungen getroffen. Der Dax-Konzern will nach bisherigen Angaben im zweiten Quartal über den künftigen Kurs informieren.

Die 100.000 Mitarbeiter seines Hauses schwört er auf Veränderungen ein. Für die Mannschaft bestehe bei der derzeit laufenden Überprüfung der Strategie zwar kein Anlass, sich Sorgen zu machen. Deutschlands größtes Geldhaus arbeitet derzeit an einer neuen Strategie, nachdem zentrale Ziele der 2012 ausgerufenen „Agenda 2015+“ unerreichbar scheinen - etwa das Renditeziel. Auch eine Abspaltung des Privatkundengeschäfts rund um die Postbank - oder von Teilen davon - werde diskutiert, sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters Mitte Januar. Damit könnte die Bilanz verkürzt werden.

Jains Kompagnon an der Vorstandsspitze, Jürgen Fitschen, hatte unlängst angedeutet, dass das Universalbanken-Modell möglicherweise neu definiert werden müsse. Denn die strengere Regulierung hat viele Geschäfte teurer gemacht. Die Kosten sind bei der Deutschen Bank ohnehin noch zu hoch, wie das Führungsduo selbst eingeräumt hat. Das macht ein weiteres Sparprogramm wahrscheinlich. Und auch viele Rechtsstreitigkeiten schiebt das Institut noch vor sich her - diese milliardenschweren Altlasten bremsen ebenfalls.

Jain, der über Jahre oberster Investmentbanker des größten deutschen Geldhauses war, räumte Fehler vor der Finanzkrise ein. „Rückblickend würde ich sagen: Es ist klar ersichtlich, dass der Hebel im System viel zu groß war.“ Zur Jahreswende 2006/2007 sei es offensichtlich gewesen, „dass einige Standards zu lax wurden, und es war ebenso offensichtlich, dass Märkte über Jahre hinweg fast unkontrolliert blieben“.

Er verstehe die Skepsis, die ihm teilweise in Deutschland entgegenschlage, sagte der gebürtige Inder, der die Bank seit Juni 2012 gemeinsam mit Jürgen Fitschen führt. „Wenn ich an meinen Hintergrund denke, und zwar nicht nur aus kultureller, sondern auch aus beruflicher Sicht, und wenn ich berücksichtige, dass der von mir geleitete Unternehmensbereich die Hauptursache für einige unserer Probleme ist, dann empfinde ich die geäußerten Bedenken als absolut fair“, sagte Jain.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Gut, dann aber auch nur halbes Gehalt.

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