Deutsche-Bank-Chef verteidigt Pläne: Ackermann weist Kritik energisch zurück

Deutsche-Bank-Chef verteidigt Pläne
Ackermann weist Kritik energisch zurück

Der Deutsche-Bank-Betriebsrat hat das Finanzinstitut aufgefordert, den heftig kritisierten Stellenabbau zurückzunehmen. Konzernchef Ackermann bleibt jedoch hart. In einem Brief an die Mitarbeiter bezeichnete er den Arbeitsplatz-Abbau als notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die Kritik daran sei "unangemessen". Unterstützung erhielt der Schweizer vom Bundesverband deutscher Banken (BdB) und dem Nürnberger Wirtschaftsprofessor Wolfgang Gerke.

HB FRANKFURT. „Die Deutsche Bank konzentriert sich auf ihre Rentabilität und den kontinuierlichen Ausbau ihrer Marktposition, auch durch einen starken Aktienkurs. Daran halten wir fest, dazu gibt es für uns keine Alternative“, schrieb der Vorstandschef an die 65 000 Mitarbeiter der Bank.

Ackermann war vor allem von Politikern kritisiert worden, weil er trotz eines nahezu verdoppelten Gewinns im vergangenen Jahr den Abbau von rund 6400 Stellen angekündigt hatte, um das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 % vor Steuern in 2005 zu erreichen. IG-Metall-Chef Jürgen Peters rief in der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe) dazu auf, Firmen öffentlich anzuprangern, die trotz Rekordgewinnen Arbeitsplätze abbauten.

Die durch Ackermanns Ankündigungen ausgelöste Debatte über die Verantwortung von Unternehmen sei „notwendig und überfällig“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Leo Wunderlich am Donnerstag nach einer Sitzung des Gremiums in Köln.

In der kommenden Woche soll nach Angaben der Gewerkschaft Verdi zunächst ein Spitzengespräch des Gesamtbetriebsrats mit Ackermann und Personalvorstand Tessen von Heydebreck geführt werden. Kritisch gingen die Arbeitnehmervertreter mit Aufrufen ins Gericht, Kunden sollten aus Protest gegen die Deutsche Bank ihr Geldinstitut wechseln. Boykottaufrufe „gefährden weiter Tausende von Arbeitsplätzen und schwächen nicht nur die Deutsche Bank, sondern auch den Wirtschaftsstandort Deutschland“, hieß es in einer Mitteilung des bislang eher öffentlichkeitsscheuen Betriebsrats. Die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti hatte Kunden des Finanzhauses nahe gelegt, zur Konkurrenz zu wechseln.

Die Deutsche Bank hatte 2004 mit gut 2,5 Mrd. € das beste Ergebnis seit 2000 eingefahren, kann damit international aber nicht mithalten. Die US-Bank Citigroup verdient meist in einem Quartal mehr als die Frankfurter im ganzen Jahr. Um die Bank vor Übernahmen durch finanzstarke ausländische Konkurrenten zu schützen, will Ackermann den Börsenwert steigern.

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