Deutsche Bank, Citigroup, Barclays
Die Büßer

Die Finanzgeschäfte laufen wieder besser, doch nun fressen die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten die Gewinne der Banken auf. Die Fehler der Vergangenheit holen die Branche ein - mit schlimmen Folgen.
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Wenn Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen über den Kulturwandel in seinem Institut berichtet, dann bemüht der Hanseat gerne den „ehrbaren Kaufmann“. Jene honore Persönlichkeit, die ihre Verträge mit Handschlag abschloss, der man trauen konnte. Genau so wolle man künftige Gewinne machen. Denn: „Auf Dauer kann man kein Geld verdienen, ohne sich so zu verhalten, dass das Verhalten in der Gesellschaft insgesamt akzeptabel ist“, erklärte Fitschen. Seine Prognose stellt sich Monate später als schmerzhaft wahr heraus. Die Fehler der Vergangenheit drücken die Deutsche Bank in die Verlustzone.

Verdacht auf Devisenmanipulation, Manipulation von Referenzzinssätzen, Ermittlungen wegen Prozessbetrugs und Sanktionsverstößen - die Liste der Rechtsstreitigkeiten bei der Deutschen Bank ist lang. In 6000 Verfahren ist das Institut verwickelt, 1000 davon haben einen Streitwert von mehr als 100.000 Euro. Während es früher die Investmentbanker waren, die der Bank die guten Ergebnisse retten, scheinen heute die Rechtsabteilungen zu regieren. Eine internationale Bank nach der nächsten kündigt in diesen Tagen an, ihre Puffer für juristische Auseinandersetzungen zu erhöhen.

So hob erst am Donnerstag die britische Bank Barclays ihre Rückstellungen für die Aufarbeitung diverser Skandale an. 500 Millionen Pfund (634 Millionen Euro) seien nun allein für die Untersuchungen zur Manipulation der Devisenmärkte vorgesehen, hieß es. Auch die britische Bank Lloyds stockte diese Woche auf: Im Skandal um Kreditausfallversicherungen legte sie für Schadenersatzforderungen von Kunden, die sich falsch beraten sehen, weitere 900 Millionen Pfund (rund 1,1 Milliarden Euro) beiseite. Die Affäre hat das Institut bereits elf Milliarden Pfund gekostet. Summen, an die man sich in Zeiten der Finanzkrise fast gewöhnt hat, die aber selbst für internationale Großbanken eine Herausforderung sind.

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