Deutsche Bank
Clemens Börsig steht vor einem Scherbenhaufen

Axel Weber sollte der Nachfolger von Josef Ackermann als Chef der Deutschen Bank werden. Doch Aufsichtsratschef Clemens Börsig hat es vermasselt.
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Clemens Börsig steht vor einem Scherbenhaufen. Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank bekommt seine wichtigste Aufgabe, den Führungswechsel an der Spitze des Vorstandes, nicht in den Griff. Dabei sah es lange so aus, als ob die Nachfolge von Josef Ackermann an der Spitze der Deutschen Bank geregelt wäre. Der Schweizer selbst hatte Börsig einen Mann von Format präsentiert. Der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, sollte es werden.

Der Notenbanker wäre der richtige Mann für den wichtigsten Job im Deutschland der Privatwirtschaft - den Vorstandsvorsitz der Deutschen Bank gewesen. Er hätte die Statur gehabt, den Schweizer spätestens zur Hauptversammlung in gut zwei Jahren im Mai 2013 vollwertig zu ersetzen.

Ein Banker mit intellektueller Kapazität - das hat die Deutsche Bank in ihren besten Zeiten ausgezeichnet. Auch Ackermann, der zu keiner Zeit dem Klischee entsprach, das sich die Öffentlichkeit von ihm gemacht hat, war immer mehr in die Rolle des Elder Statesman der Finanzindustrie geschlüpft.

Doch Börsig ist der Anti-Ackermann - eitel, selbstverliebt, ohne vorzeigbare Erfolge. Kürzlich vor Gericht konnte er seine Wohnadresse nicht angeben, weil nach Jahrzehnten des Chauffiertwerdens ihm dieses Detail entfallen war. Seine Hinhaltetaktik, sein Zögern, ließ Weber abspringen. Weber will nun den Top-Job als Präsident des Verwaltungsrates der UBS annehmen.

Das muss allerdings kein Elend sein für die Deutsche Bank. Denn ein Mann drängt sich als neuer Aufsichtsratchef auf: Ackermann selbst. Er hat einen solchen Wechsel immer ausgeschlossen. Aber das Drängen und Werben hat begonnen, innerhalb wie außerhalb der Bank, von Seiten der Investierenden und aus der Politik. Der Pflichtmensch Ackermann wird sich dem nicht entziehen.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

Kommentare zu " Deutsche Bank: Clemens Börsig steht vor einem Scherbenhaufen"

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  • Wenn die Investment Bänker keine Zocker sind, wiso gab es dann die Lehman Pleite und die darauf folgende Finanzkrise?
    Wie kann man ohne zu zocken 25% oder mehr Rendite erzielen?

  • Das alles entscheidende Kriterium der Geldelite lautet aus diesem Grund:


    Wie schlau, aufgeklärt und flexibel schätzt diese Geld- und Machtelite den breiten Weltfinanzmarkt samt angeschlossener Politik ein. Danach entscheidet sie auch in welche Richtung und wieviel Schritte sie macht. Ich bin neugierig was sie sich für den Euro ausgedacht hat.

    Wer in der Fed die Fäden in den Händen hält, und denkt auch nicht im Ansatz daran daß z.Bsp. ein Bernanke auch nur ein Wörtchen mitzureden hat, bestimmt weltweit nahezu alle politischen und finanztechnischen Entscheidungen. In dem eigenen Wirkbereich direkt, und darüber hinaus indirekt (über das Militär). So ein System kann, da es über atomare Waffen verfügt nur von innen zerfallen oder über das zur Neige gehende Erdöl und des daraus resultierenden wirtschaftlichen Niedergangs, da es sich zu starr auf diesen Energieträger fixiert hat. Die UDSSR ist aus einem Mix dieser genannten Dinge zerfallen.
    .

  • Es ist noch die Frage ob ein Bürokrat der Richtige wäre für die dynamischen , agilen Vorstandsaufgaben bei der Deutschen Bank . Zweifelsohne sprechen die profunden und gesammelten) Kenntnisse des deutschen und europäischen Wirtschaftsgeschehens zu den Stärkrn Webers . Aber ist das nicht eher die Tätigkeit im Bereich Research , Strategie .... und damit dem Auf und Ab des Tagesgeschäftes entzogen . Gute Position bei der UBS für Weber . Dem Neid und Mißgunstpool Deutschland entflohen ....gut so ! Hier werden die Vorstandsposten den Kandidaten ja schon geneidet bevor sie ihn angenommen haben . Deutschland wird es schwer haben falls die Medien nicht endlich wieder anfangen gute Leute auch zu bestätigen anstatt sie zu vergraulen .....

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