Deutsche-Bank-Co-Chef
Fitschen wehrt sich gegen Verteufelung

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, warnt davor, Banken allein wegen ihrer Größe schlecht zu reden. Denn die Kunden verlangten nach großen, grenzüberschreitenden Häusern. Das sehen nicht alle so.
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BerlinDer Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat die Politik vor einer Verteufelung großer Finanzinstitute gewarnt und gleiche weltweite Wettbewerbsregeln angemahnt. Es müsse endlich damit aufgehört werden, „systemrelevante“ Banken automatisch als schlecht einzustufen und als großes Problem zu betrachten, sagte Fitschen am Montag in Berlin auf einer Veranstaltung der Unionsfraktion im Bundestag: „Nichts ist dämlicher, als eine solche Schlussfolgerung in den Raum zu stellen.“

Systemrelevante Banken seien von den Kunden gewollt. Banken müssten grenzüberschreitend eine kritische Masse aufbauen können, um eine günstige Kreditversorgung sichern zu können. „Das geht in nationalen Märkten nicht“, sagte Fitschen. Er warnte vor strengeren Regeln allein in Europa. Global aufgestellte Banken hätten so Wettbewerbsnachteile. „Natürlich müssen die Kunden die Zeche zahlen“, sagte Fitschen. Zu den jüngsten EU-Vorgaben etwa für die Vergütung von Managern sagte er, die Deutsche Bank sei in einem Maße getroffen, wie kein anderes Institut außerhalb der EU.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) räumte ein, dass bei der Regulierung immer abgewogen werden müsse. Global aufgestellte Unternehmen könnten bestimmte Regeln aber auch umgehen durch Verschiebungen ins Ausland. Es müssten Grenzen gezogen werden. Die jüngsten EU-Beschlüsse etwa zu Vergütungen („CRD IV“) seien angemessen. „Ich vertraue global aufgestellten Unternehmen, dass sie auch mit dieser Regulierung nicht untergehen“, sagte Schäuble.

Quartalszahlen

Ergebnisse der Deutschen Bank (nach Steuern)

in Milliarden Euro


Der Finanzminister stellte klar, dass Deutschland bei der Regulierung notfalls weiter mit Alleingängen vorangehen werde, um auf europäischer und globaler Ebene Duck zu machen. Man habe mit einer nationalen Regulierung im Vorgriff zu EU-Vorgaben keine schlechten Erfahrungen gemacht. „Wenn der Langsamste das Tempo bestimmt, werden wir nie das Ziel erreichen“, sagte Schäuble. Seit 2008 sei eine Menge erreicht worden. Aber man sei noch nicht am Ende: „Die größte Gefahr wäre, in unseren Bemühungen nachzulassen.“

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Die Koalition ist für schärfere Regeln

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  • Das ganze Bankensystem läuft falsch. Das Geld müste vom Staat ohne Zins und Zinseszins geschöpft werden und nicht von privaten Banken. Dann müßten wir überhaupt keine Steuern bezahlen. Lesen Sie das Buch "Der Dollar-Crash" oder schauen Sie auf Youtube das Video "Geld als Schuld", dann wissen Sie, wo der Hase langläuft!

  • Ja genau so ist es! Das Problem liegt bei den Menschen dieser Banken: Sie sind durch und durch korrupt und gieren nach Geld wie Drogensüchtige nach Koks....Wir Normalverdiener müssten uns zusammen tun und global Genossenschaftliche Banken gründen welche nicht den Profit zum Ziel haben, sondern die Geldversorgung der Kleinen und Mittleren....Gennossenschaftlich, jeder hat 1 Stimmrecht und ohne Gewinn, dh. kleinste Zinsen in jede Richtung!

  • @libero_rlp

    Und wer hat den beinahe Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems verursacht? Sicher nicht die Staaten.

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