Deutsche-Bank-Co-Chef
Wird Fitschen jetzt auch zum Top-Lobbyisten?

Der Deutsche Bankenverband sucht einen neuen Präsidenten. Gute Chancen soll Insidern zufolge Jürgen Fitschen, Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, haben. Er sitzt bereits seit Juni im Präsidium des Verbandes.
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Frankfurt/Berlin/MünchenDeutsche-Bank -Co-Chef Jürgen Fitschen geht als Favorit ins Rennen um den Präsidentenposten des Verbandes der privaten Geldhäuser. Der 63-Jährige habe klar die besten Karten, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Es gebe zwar durchaus weitere Interessenten. "Doch wenn der Chef der Deutschen Bank diesen Job haben will, geht kaum ein Weg an ihm vorbei", betonte einer der Insider. Er selbst hat sich bislang noch nicht dazu geäußert. Zu seiner Rolle im Bankenverband werde er sich zu gegebener Zeit äußern, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank der Zeitung.

Dem Vorstand des Verbands gehört Fitschen seit einigen Monaten an. Das Gremium bestimmt am 26. November einen neuen Präsidenten.

Amtsinhaber Andreas Schmitz tritt nicht mehr an. Der Chef der Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus wird im Frühjahr nach vier Jahren an der Spitze der Lobbygruppe die Verantwortung abgeben - ein Jahr später als die reguläre dreijjährige Amtszeit dauert. Dies steht bereits seit Monaten fest. Der Verband und die Deutsche Bank äußerten sich nicht zur Nachfolgefrage.

Fitschens Vorstandspartner Anshu Jain wird seinerseits in den Verwaltungsrat des Internationalen Bankenverbandes IIF einziehen. Das teilte der Verband am Montag in Washington mit. Josef Ackermann, Vorgänger von Jain und Jürgen Fitschen, hatte den IIF-Verwaltungsrat als Präsident bis Juni geführt. Damit ist klar: Während sich Fitschen stärker auf die politische Arbeit in Deutschland konzentriert, kümmert sich der gebürtige Inder mehr um die internationale Lobby-Arbeit. DerIIF repräsentiert mehr als 450Finanzunternehmen und hatte zuletzt eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen über eine Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden gespielt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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