Deutsche Bank, Commerzbank & Co.
Die 100 größten Banken haben keine Kapitallücken mehr

Nach der Finanzkrise wurden die Vorschriften für Banken-Kapitalpolster verschärft. Bis Ende 2018 hätten die Unternehmen Zeit gehabt, doch die Lücken sind schon jetzt geschlossen. Die nächste Herausforderung wartet schon.

FrankfurtDie 100 größten Banken der Welt haben ihre Eigenkapital-Lücken vorzeitig geschlossen. Die Institute, unter ihnen acht deutsche Banken, erfüllten bereits Ende des vergangenen Jahres die Vorschriften des nach der Finanzkrise verschärften Kapital-Regelwerks „Basel III“, wie der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht am Dienstag mitteilte. Sie hätten noch bis Ende 2018 Zeit gehabt, den Anforderungen an das Kapitalpolster nachzukommen. Analysten und Finanzmärkte fordern allerdings von den börsennotierten Instituten, die Quoten schon jetzt zu übertreffen. Mit 11,1 Prozent lag die harte Kernkapitalquote (CET1) der Banken im Schnitt deutlich über den von den Aufsehern verlangten 7,0 bis 9,5 Prozent.

Insgesamt saßen die globalen „Top 100“ Ende 2014 auf einer Kapitaldecke von 3,08 Billionen Euro, etwa zwei Drittel davon entfallen allein auf die 29 „global systemrelevanten“ Banken, von denen die Aufseher dickere Kapitalpolster verlangen. Seit Mitte 2011 haben die Großbanken ihre Puffer um fast 52 Prozent ausgebaut, wie der Baseler Ausschuss errechnete. Aus Deutschland gehören die Deutsche Bank, die Commerzbank und die großen Landesbanken zu den 100 unter die Lupe genommenen Häusern. Als global systemrelevant gilt aber nur die Deutsche Bank.

Die nächsten Herausforderungen auf der Kapitalseite warten aber schon auf die Banken. Drei der Großbanken verfehlten Ende Dezember noch die ungewichtete Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) von drei Prozent, die ab 2018 erreicht werden muss. Im Schnitt liegt die Leverage Ratio allerdings schon bei fünf Prozent. Die Deutsche Bank und die Commerzbank sind allerdings deutlich unter dem Durchschnitt. Vor allem in den USA werden Forderungen laut, die Mindestquote auf fünf Prozent zu erhöhen, damit die Banken ihre Bilanzen nicht mehr ungebremst aufblähen können.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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