Deutsche Bank
„Das Deutschland-Geschäft geht nicht unter“

Seit dem Führungswechsel im Vorstand geht bei der Deutschen Bank die Angst vor dem Durchmarsch der Investmentbanker um. Der künftige Co-Chef Fitschen versucht, die Sorgen zu zerstreuen und den Teamgeist zu stärken.
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Düsseldorf, FrankfurtSeit Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die künftige Doppelspitze der Deutschen Bank, vor wenigen Wochen im Hauruck-Verfahren den Vorstand umbauten, befindet sich das größte deutsche Geldhaus im Ausnahmezustand. Vor allem die deutschen Manager fürchten, durch den Aufstieg vieler Investmentbanker an Bedeutung zu verlieren. Auf der „Regional Management Conference“ beschwor Co-Chef Fitschen Ende März den Zusammenhalt in der Deutschen Bank, wie das Handelsblatt aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Das Deutschland-Geschäft werde auch in der neuen Struktur seinen Stellenwert mindestens behalten, soll Fitschen vor den inländischen Führungskräften im Berliner Hotel Adlon gesagt haben. „Fitschen hatte die klare Mission, zu zeigen, dass das Deutschland-Geschäft nicht untergeht in der neuen Struktur“, sagte ein Teilnehmer der Konferenz, an der auch Privatkundenvorstand Rainer Neske teilnahm, dem Handelsblatt.

Seit dem angekündigten Umbau des Vorstands und des erweiterten Führungszirkels – des sogenannten Group Executive Committee (GEC) – geht in der Bank die Angst um vor „Anshu’s Army“. Gemeint ist damit ein Durchmarsch der angelsächsischen Investment-Banker mit Jain an der Spitze, der nach der Hauptversammlung Ende Mai zusammen mit Fitschen die Nachfolge des scheidenden Vorstandschefs Josef Ackermann antritt. Jains Hausmacht gründet sich auf die Scharen Londoner Experten und Händler für Devisen, Aktien und Rohstoffe und darauf, dass sein Vertrag zwei Jahre länger läuft als der von Fitschen.

Da Jain mit dem künftigen Risikovorstand Stuart Lewis, dem kommenden Europa-Chef Stephan Leithner und dem designierten Strategievorstand Henry Ritchotte enge Vertraute in den Vorstand der Bank geholt hat, geht vor allem bei den inländischen Deutschbankern die Furcht um, sie könnten künftig nur noch eine Nebenrolle in der Konzernstrategie spielen. Auch im künftig 18-köpfigen GEC haben die Gefolgsleute von Jain eine Mehrheit.

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„We can make it – aber nur als Gesamtbank.“

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  • Wir müssen zu einer gesetzlichen Beschränkung von Einkommen auf 500'000 € netto pro Jahr kommen. Alles was darüber bezahlt wird ist die amerikanische Krankheit. Das gab es bis vor kurzem hier aus gutem Grunde nicht. Wir können von den Angelsachsen nicht viel sinnvolles lernen! Was die gut können: Betrügen, Heimtücke und das Volk zu dummen Konsumsklaven qua primitivem TV und anderen Massenmedien degenerieren! Man lasse sich schlangen vor Apple Läden mal auf der kulturellen Zunge zergehen - sowas gab es hier früher wenn Pavarotti oder Domingo in der Staatsoper auftraten ...
    Till

  • Alles Schönschwätzer: 1 - 1 = 0. Der Tag der Wahrheit rückt näher... tick, tack, tick , tack und das ist gut so.
    Dringender Reinigungsprozess wie überall auf der Welt. Nur sind die Herrschaften selbst betroffen, dann stöhnen sie .. oh danach kann nur eine Diktatur kommen. Wenn ein Mensch nicht selbstständig sein kann, also sein Leben selbst bestimmt, dann muß er sich was sagen lassen. Und dieser Andere diktiert dann logischerweise, was zu machen ist. An die Folgen muß man vorher denken. Der Lügner und Fälscher kann nicht davon ausgehen, daß er nie auffliegt. Es kann eine Weile "gut" gehen, aber wehe wenn es auffliegt. Dann ist ENDE. Für diese simple Erkenntnis muß doch keiner studieren?

  • Die Kenntnis der Regeln der spontanen Ordnung ist ein Prozess oder auch eine Evolution! Und dieser Prozess lebt vom trial and error. Wer sagt, es gebe die ultimative Ordnung?

    Freiheit bedeutet für mich, dass mich niemand in eine zentral vorgegebene Ordnung zwingt! Mit dem Fiat-System passiert genau das. Sie geben vor das Fiat-System verstanden zu haben? Ich frage mich wie, wenn Sie Hayek in einer solch zentralen Position in Frage stellen.

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