Deutsche Bank
Der König und seine Erben

Mit der Bilanzpressekonferenz beginnt der Stabwechsel bei der Deutschen Bank. Die Aufmerksamkeit gilt dem gemeinsamen Bild, das Josef Ackermann und seine designierten Nachfolger Jürgen Fitschen und Anshu Jain abgeben.
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FrankfurtWie an einer Perlenschnur aufgereiht betreten die Vorstände der Deutschen Bank den altehrwürdigen Hermann-Josef-Abs-Saal. Einer nach dem anderen. Ganz vorn geht Finanzchef  Stefan Krause, danach  Josef Ackermann, der Konzernchef. Es ist seine zehnte – und gleichzeitig letzte Bilanzpressekonferenz bei der größten deutschen Bank. Noch ein großer Auftritt  vor dem immer näher rückenden Abschied im Mai. Dutzende Fotoapparate klicken. Fernsehkameras werden geschwenkt. Ackermann lächelt. Doch sein Lächeln fangen nicht alle Kameras ein. Ackermann ist an diesem Tage nicht der einzige Star.

Viele Objektive sind auf Anshu Jain und Jürgen Fitschen gerichtet, Ackermanns Nachfolger. Die Stars von morgen. Fitschen betritt als fünfter den Saal, Jain folgt direkt dahinter. Das Klicken der Kameras wird lauter. Bevor es losgeht, bevor Ackermann ein letztes Mal die Bilanz präsentiert noch ein Gruppenbild. Ackermann steht in der Mitte. Er lächelt. Fitschen und Jain positionieren sich in gebührendem Abstand. Als wollten sie bedeuten, dieses eine Mal noch gehöre die Bühne dem Schweizer. Erst beim nächsten Mal sind wir dran.

Noch bevor das erste Bild geschossen wird, schiebt Hugo Bänziger, Risikochef bei der Deutschen Bank, seinen Vorstandskollegen Jain Richtung Bíldmitte, direkt neben den Chef, neben Josef Ackermann. Jain lächelt, es scheint ihm etwas unangenehm. Und doch wehrt er sich nicht. Die Kameras klicken. Gruppenbild mit Jain.

Ackermann redet über die Zahlen des vergangenen Jahres. Das große Ziel, seinen Nachfolgern einen Vorsteuergewinn von zehn Milliarden zu hinterlassen, hat er verfehlt; 5,4 Milliarden Euro sind es tatsächlich geworden.

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Kommentare zu " Deutsche Bank: Der König und seine Erben"

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  • --@ margrit117888

    ja ja -- wenn sie diesen Zusammenhang begriffen hätten, wüßten Sie auch, warum Deutschland so erfolgreich ist und warum Volkswagen zum Megakonzern wurde und Mercedes sich dabei nur eine blutige Nase geholt hat.


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    Das Geheimnis der Japaner ist eben, dass sie arbeiten und nicht Vorträge darüber halten.
    Peter F. Drucker, US-amerikanischer Ökonom österreichischer Herkunft, 1909–2005W

  • @margrit117888: "Daher nun auch ein Ausländer als
    Vorstandsvorsitzender" Warum nun? Ist Joe Deutscher?


  • Die Deutsche Bank heißt ja nur noch so. Aber sie ist de facto keine deutsche Bank mehr. Die Aktienmehrheit liegt in ausländ. Hand. Daher nun auch ein Ausländer als Vorstandsvorsitzender
    Ackermann hat ganze Arbeit geleistet
    Die Deutsche Bank sollte diesen Namen endlich ablegen und sich umbenennen, damit die Fakten auch nach außen für jedermann klar sind
    Der neue Vorstandvorstitzende, ein Inder, spriocht übrigens kein Deutsch, wie will der denn hier agieren?
    Übrigens, derartige Posten erhalten Deutsche im Ausland nicht. Bis an die Spitze kommt man nicht als Deutscher im Ausland. Und schon gar nciht in asiatischen Ländern

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