Deutsche Bank
Deutlich mehr Rückstellungen wegen Russlandgeschäft

Die Deutsche Bank soll ihre Rückstellungen wegen Geldwäsche-Vorwürfen in Russland aufgestockt haben. Knapp eine halbe Milliarde Euro sollen zu einem großen Teil dafür zurückgelegt worden sein.

FrankfurtDie Deutsche Bank hat ihre Rückstellungen wegen Geldwäsche-Vorwürfen in Russland kräftig aufgestockt. Die Verluste in der Kategorie „externer Betrug“ kletterten im vergangenen Jahr von 20 auf 475 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsberichts von Deutschlands größter Bank hervorgeht. Dieser Anstieg sei zu einem großen Teil auf die Russland-Affäre zurückzuführen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Deutsche Bank begründet den Verlust von knapp einer halben Milliarde Euro lediglich mit „Rückstellungen im Aktienhandel“, äußert sich zu Hintergründen und Details jedoch nicht.

Das Frankfurter Geldhaus hat Ermittlern zufolge Kunden geholfen, Rubel-Schwarzgeld in Höhe von rund zehn Milliarden Dollar zu waschen. Da sich inzwischen auch die US-Behörden in den Fall eingeschaltet haben, droht der Bank nach Einschätzung von Experten eine hohe Strafzahlung.

Die Summe, die das Geldhaus für Russland 2015 unter „externer Betrug“ verbucht hat, ist Insidern zufolge nur ein Teil der gesamten Rückstellungen für die Affäre. Im Herbst 2015 hatte die Bank wegen der Geldwäsche-Vorwürfe insgesamt rund 700 Millionen Euro zurückgelegt, wie eine mit den Vorgängen vertraute Person sagte. Im vierten Quartal sei dann noch mal „eine ordentliche Schippe“ oben darauf gekommen. Die gesamten Rückstellungen für die Russland-Affäre dürften sich somit in der Größenordnung von einer Milliarde Euro bewegen. Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern.

Die Deutsche Bank möchte die größten Rechtsstreitigkeiten möglichst noch in diesem Jahr mit Vergleichen aus der Welt schaffen. Der Geldwäsche-Skandal in Russland steht dabei ganz oben auf der Liste, wie der mittlerweile abgetretene Co-Chef Jürgen Fitschen im März in einem Interview sagte. „Wir hoffen sehr, das Russland-Verfahren in diesem Jahr abschließen zu können, denn hier tun sich Analysten besonders schwer, die Höhe der Strafe zu prognostizieren.“ Im Gegensatz zu anderen Skandalen gibt es in der Branche nämlich keine vergleichbaren Fälle, an den sich Analysten und Investoren orientieren können.

In ihrem Geschäftsbericht hat das Geldhaus eingeräumt, Aktienhandelsgeschäfte zwischen Kunden und der Bank in Moskau und London zu untersuchen, die sich gegenseitig gespiegelt haben. „Das Gesamtvolumen der zu untersuchenden Transaktionen ist erheblich.“ Die Behörden in Deutschland, Russland, Großbritannien und den USA seien eingeschaltet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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