Deutsche Bank
Die Details zum Milliardenverlust

Das Jahr 2015 lief für die Deutsche Bank miserabel. Sogar 6,8 Milliarden Euro Verlust machte das größte deutsche Geldhaus – und eine Schwäche im Kerngeschäft bereitet besondere Kopfschmerzen. Die Aktie startet im Minus.

FrankfurtDie Erträge der Deutschen Bank im Investmentbanking sind im vierten Quartal 2015 deutlich eingebrochen und haben zum höchsten Verlust der Firmengeschichte beigetragen.

Wie das größte deutsche Geldhaus am Donnerstagmorgen mitteilte, beliefen sich die Erträge der Sparte Corporate Banking & Securities von Oktober bis Dezember nur noch auf 2,1 Milliarden Euro – nach drei Milliarden Euro im Vorjahr. Vor Steuern machte das Segment mehr als 1,1 Milliarden Euro Verlust – nach 323 Millionen Gewinn vor Jahresfrist. Die Bank verwies auf Bewertungsanpassungen im Handel mit festverzinslichen Papieren und ein schwieriges Marktumfeld. Zur Börsen-Eröffnung am Morgen war die Bank Dax-Verlierer mit einem Minus von 2,10 Prozent.

Die Bank bestätigte, dass der Konzern im vergangenen Quartal nach Steuern 2,1 Milliarden Euro Verlust gemacht hat und im Gesamtjahr 6,8 Milliarden Euro. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz notierte die Deutsche-Bank-Aktie um 7.35 Uhr bei 16,89 Euro und damit etwa 1,2 Prozent unter dem Niveau des Vortagesschluss. Seit Jahresbeginn hat die Aktie etwa ein Viertel ihres Werts eingebüßt.

Den Rekordverlust hatte die Deutsche Bank schon vor einer Woche angekündigt. Denn die Analysten hatten zwar Schlimmes befürchtet, waren aber bei ihren Schätzungen noch deutlich zu optimistisch. Hat der Markt so eine falsche Erwartung, muss ein Unternehmen diese frühzeitig gerade rücken.

Für den deutschen Branchenführer ist es erst das zweite Mal, dass er am Jahresende mit roten Zahlen dasteht. Im Finanzkrisenjahr 2008 aber betrug das Minus „nur“ 3,9 Milliarden Euro nach Steuern. Das trifft auch die Aktionäre, die zwei Jahre in Folge auf ihre Dividende verzichten müssen.

Jenseits des Investmentbankings gibt es Licht und Schatten. Das „Global Transaction Banking“, also etwa die Zahlungsverkehrsabwicklung für Großkonzerne, konnte gegenüber dem Vorjahr wachsen und steigerte im Gesamtjahr das Vorsteuerergebnis um fast ein Viertel auf 1,4 Milliarden Euro. Auch die Vermögensverwaltung wuchs im Gesamtjahr, glänzte jedoch nicht im vierten Quartal. Das Privat- und Firmenkundengeschäft litt unter Abschreibungen auf den Wert etwa der Postbank und durch hohe Ausgaben für den Filialumbau. In Deutschland streicht die Bank ihr Filialnetz zusammen.

Der Vorstand der Bank bittet die Aktionäre beim Umbau des Instituts um Geduld. Für das laufende Jahr rechnet die Bank noch kaum mit zählbaren Erfolgen, wie aus einer Analysten-Präsentation vom Donnerstag hervorgeht. „2016 wird der Höhepunkt der Restrukturierung“, hieß es dort. Die Einsparungen reichten voraussichtlich nur, um den Kostendruck abzufedern, die bereinigten Kosten dürften nicht zurückgehen. Im vierten Quartal waren die zinsunabhängigen Ausgaben der Bank – ohne Berücksichtigung von Rechtskosten und ähnlichen Sonderposten – um sechs Prozent auf 6,8 Milliarden Euro gestiegen.

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Die Details zum Milliardenverlust

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Konzernumbau in vollem Gange

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