Deutsche Bank
Die Offensive für die Superreichen kommt zu spät

Die Deutsche Bank ist in der Verwaltung von privaten Vermögen vergleichsweise ein Zwerg, vor allem bei den Superreichen. Spitzensportler, Politik, Filmstars fordern exklusive Beratung – sind aber besonders profitabel.
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London/ZürichDer ideale Kunde für die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank bringt 25 bis 100 Millionen Euro mit: Er hat eine Firma im Rücken und braucht dafür am besten noch komplexe Absicherungsprodukte oder Finanzierungen, um gleich auch noch die Investmentbanker mit ins Boot zu holen. An genau diese superreichen Privatkunden will Michele Faissola, der die Sparte bei Deutschlands größtem Geldhaus seit zwei Jahren leitet, heran. Das Problem dabei: Die Deutsche Bank steigt in das Rennen um diese gefragte Klientel sehr spät ein, die Wachstumsregionen lassen sich an einer Hand abzählen und die strengere Regulierung erschwert das Neugeschäft. Faissola, der seine Pläne in dieser Woche in London vorstellte, muss deshalb bei Analysten und Investoren noch Überzeugungsarbeit leisten.

Denn schon ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die große Deutsche Bank in der privaten Vermögensverwaltung eher ein Zwerg ist. Von der knapp eine Billion Euro, die das Institut für Kunden weltweit verwaltet, entfallen rund 300 Milliarden auf vermögende Privatanleger. Wieviel davon wiederum Geld der Superreichen ist - also Multimillionäre oder gar Milliardäre, im Branchenjargon "Ultra High Net Worth Individuals" (UHNW) genannt - dazu hüllt sich die Bank beharrlich in Schweigen. Es dürfte aber nur ein Bruchteil sein. Unangefochtene Platzhirsche in dem Geschäft sind die Schweizer Großbanken: Die UBS kommt auf 420 Milliarden Franken (345 Milliarden Euro), Credit Suisse folgt weltweit auf Platz zwei mit etwa 370 Milliarden Franken. Es ist jeweils knapp die Hälfte der in der privaten Vermögensverwaltung liegenden Gelder.

Banker bekommen glänzende Augen, wenn sie von diesen Klienten sprechen, zu denen neben Großunternehmern oft auch Filmstars, Spitzensportler oder Politiker gehören. Denn sie alle fordern zwar viel an exklusiver Beratungsleistung ein, zahlen dafür aber auch. "Die sind profitabler als alle anderen Kundensegmente", berichtet ein Mitarbeiter der Credit Suisse.

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