Deutsche Bank
Die Postbank als Lichtblick

Die Niedrigzinsen belasten zwar auch die Erträge der Postbank. Doch die Deutsche-Bank-Tochter erwirtschaftet solide Gewinne, während die Mutter strauchelt. Entwickelt sich die Liebe auf den zweiten Blick?

Düsseldorf/FrankfurtIm November hatte der Kreditkartenanbieter Visa verkündet, das einst abgespaltene Kreditkartengeschäft in Europa zu kaufen. Die Verkäufer verbuchen im zweiten Quartal die Einnahmen daraus – so wie etwa die Deutsche-Bank-Tochter Postbank. Mehr als hundert Millionen Euro bringt das der Filialbank. Der Vorsteuergewinn hat sich in einem sonst eher schwierigen Markt auf 179 Millionen Euro fast verdoppelt.

Und auch wenn das Plus fast vollständig auf den Sonderertrag zurückgeht: Das Ergebnis der Bank ist eine stabile Säule im Konzern der Deutschen Bank. Die Mutter hat ein Nachsteuerergebnis von gerade einmal 20 Millionen Euro für die Monate von April bis Juni (hier die ausführliche Analyse des Ergebnis), Vorsteuern schrumpfte der Profit um zwei Drittel auf 408 Millionen Euro. Die Postbank steuerte dazu also fast die Hälfe bei.

Auch das Geschäft der Postbank ist nicht frei von Schwierigkeiten. Das Filialnetz ist teuer, gleichzeitig drücken die Niedrigzinsen auf die Erträge aus dem Geschäft mit Girokonten und Spargeld. Dieser Geschäftszweig sei „weiterhin rückläufig“, so die Deutsche Bank in ihren Aussagen zum Quartalsergebnis über die Tochter. Selbst der Nachfrageboom bei Baudarlehen kann dies nicht kompensieren. So stagnierten die Einnahmen aus Baufinanzierungen, Wertpapieren, Versicherungen und Postdienstleistungen.

Die Kosten der Postbank stiegen leicht um zwei Prozent auf 690 Millionen Euro, weil Deutsche Bank und Postbank in Vorbereitung auf einen Börsengang der Tochter die technischen Systeme getrennt hatten. Mit einem Verkauf will die Mutter nicht nur Milliarden einnehmen, sondern auch gebundenes Kapital freisetzen. Doch wegen des hart umkämpften deutschen Privatkundenmarkts und der Niedrigzinsen lässt sich derzeit kein von der Bank akzeptierter Preis für die Sparte mit 18.700 Vollzeitstellen erzielen. Deutsche-Bank-Chef hatte sogar schon sinniert, dass er manchmal von einem chinesischen Käufer träume.

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Liebe auf den zweiten Blick

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