Deutsche Bank
Die Stunde des Josef Ackermann

Josef Ackermann ist Banker und Europäer. Deshalb wird er an der Spitze des Aufsichtsrats der Deutschen Bank gerade jetzt gebraucht.
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Die Deutsche Bank ist in einer schwierigen Lage. Ihre Geschäftszahlen glänzen wie Gold, aber die Führungsfrage ist unklar. Seit der ehemalige Bundesbank-Chef Axel Weber sich für die Mitarbeit an der Spitze der Schweizer UBS entschieden hat, herrscht ein Vakuum in der Bank, die spätestens 2013 einen neuen Vorstandschef braucht. Der jetzige Amtsinhaber, Josef Ackermann, wird nach 17 Jahren in den Diensten der Bank ausscheiden - zumindest aus dem Büro des Vorstandsvorsitzenden.

Für die Lösung der Führungsfrage ist der Aufsichtsrat zuständig. Aber er sollte bei seiner Entscheidung auch die Lage der Gesellschaft mitbedenken, in die die Bank eingebettet ist. Diese ist nicht minder kompliziert.

Unsere deutschen Konjunkturdaten glänzen zwar, aber die europäische Finanzarchitektur steht wackeliger da, als die immer neuen Erfolgsmeldungen von steigenden Unternehmensgewinnen und sinkender Arbeitslosigkeit glauben machen. Da ist mehr Schein als Sein. Was mit dem Über-die-Verhältnisse-Leben der Griechen begann, hat sich zu einem politischen und ökonomischen Sprengsatz sondergleichen entwickelt, der jederzeit detonieren kann. Nicht nur die Bevölkerung, auch die deutsche Unternehmerschaft ist tief gespalten über die Frage, ob sie dieses Europa noch wollen soll.

Auch die Finanzmärkte schwanken zwischen Resignation und Zuversicht. Sie wissen nicht, ob sie der Griechenland-Rettung trauen sollen und dürfen. Würde der Steuerzahler nicht mit seiner schier unermesslichen Finanzkraft und seiner Eselsgeduld als eine Art menschliche Brandmauer zur Verfügung stehen, wäre der Funke längst von Athen auf den Finanzsektor übergesprungen. Und von dort ist es bis in unser Wohnzimmer und zu unserem Arbeitsplatz nur ein kurzer Weg.

Kommentare zu " Deutsche Bank: Die Stunde des Josef Ackermann"

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  • ähnlich wie schäubles ministerium läßt sich scheinbar ein chefredakteur des handelsblattes vor den karren der deutschen bank spannen... ganz blöde sache. das handelsblatt landet damit auf meiner ignore-liste.

  • "Wenn der Aufsichtsrat sie daran hindert, schadet er allen."
    Nicht der Aufsichtsrat verhindert einen Ackermann an seiner
    Spitze, sondern das Aktiengesetz Paragraph 100, Abs. 2.
    Der Artikel soll doch wohl kein Aufruf zum Gesetzesbruch sein?

    "[...] schlägt ein europäisches Herz"
    "Niemand Geringeres als die Wirklichkeit [...]"
    und viele weitere Sätze ohne Fakten sind gespickt mit viel
    Propaganda.
    Vom Stil erinnert mich der Artikel an einen Zeitungsfetzen,
    den ich beim Renovieren meiner Altbauwohnung aus dem Putz
    gezogen habe. Der war 80 Jahre alt, damals waren die Leute
    wohl auch ziemlich verwirrt.
    Für solch einen Artikel muss dann wohl der Chef ran, so viel
    Meinungsmache wäre den anderen Redakteuren wahrscheinlich
    selbst in einem Kommentar zu peinlich.

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