Deutsche Bank Wer für die Kirch-Millionen zahlt

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Erstaunlicher Strategiewechsel

Wie Breuers Haftpflichtversicherer, die Zurich, tatsächlich gegen ihn vorgeht, wird sich zeigen. Die Zurich hat vor einigen Jahren den Deutschen Herold, den vormaligen Versicherer der Deutschen Bank übernommen. Die Deutsche Bank vertreibt in ihren Filialen Zurich-Policen. Wie hoch der Anteil ist, der am Ende von Managerhaftpflichtversicherungen übernommen wird, ist noch unklar. Spannend dürfte auch die Reaktion der Deutschen Bank werden. Für Rechtsrisiken hat das Institut insgesamt 2,3 Milliarden Euro zurückgelegt. Ob die Bank tatsächlich hart gegen den ehemaligen Chef vorgeht, steht derzeit nicht fest.

Anlegerschützer kritisieren das Vorgehen der Bank. Lange schien es, als würde es die Bank auf eine Gerichtsentscheidung ankommen lassen. Markus Kienle, Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), begrüßt den Vergleich: „Es ist immer vernünftig, bestehende Risiken zu schließen, wenn ein solcher Vergleich den rechtlichen Gegebenheiten entspricht. Es ist allerdings erstaunlich, dass die Deutsche Bank doch zu der Erkenntnis gekommen ist, sich zu vergleichen. Bisher hatte die Bank immer mit der Begründung abgelehnt, man habe sich nichts vorzuwerfen.“  

Doch in den vergangenen Wochen hatte sich die Ausgangslage verschlechtert. Wegen des Verdachts des Prozessbetrugs wird gegen führende Manager der Deutschen Bank ermittelt, darunter auch gegen den heutigen Co-Chef Jürgen Fitschen und seinen Vorgänger Josef Ackermann. Sie sollen vor Gericht gelogen haben, um Schadensersatz abzuwenden. Interne Akten sollen belegen, dass die Deutsche Bank Wochen vor Breuers fatalem Interview unter dem Codenamen „Barolo“ über eine Filetierung des Kirch-Imperiums diskutiert hatte.

Die Einigung mit den Kirch-Erben sorgt daher nur für eine trügerische Ruhe. Zumal weitere Rechtsstreitigkeiten zum Libor-Skandal und Devisenmanipulationen die Anwälte des Geldhauses weiterhin auf Trab halten dürften.

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12 Kommentare zu "Deutsche Bank: Wer für die Kirch-Millionen zahlt"

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  • dann sollte breuer ja wohl bald den karlspreis bekommen. Oder hat er den schon?

  • Und deshalb, liebe Kinder, gibt es Gerichte, die sich die Beweise anschauen und entscheiden dürfen. Sonst finden sich irgendwelche Klugscheisser im Internet, die immer eine Meinung haben und irrsinnig glauben, alles über jeden wissen zu müssen.

  • Mich würde interessieren, wohin das (Vergleichs-)Geld fliesst. Wenn die Äußerungen von Herrrn Breuer doch zu einer Insolvenz der ganzen Kirch-Gruppe geführt haben, müssten doch eigentlich die Insolvenzverwalter und mit ihnen die Gläübiger die Nutznießer sein?

  • Da brauchen sich die Anlageschützer gar keine Gedanken machen: im Gegensatz zu Ackermanns vollmundigen Erklärungen, werden diese 925 Millionen vom Steuerzahler mitgetragen.
    Wie?
    Über die Steuererklärungen der DB, weil, die zahlt hierzulande schon längst keine Steuern mehr.

    Dafür schraubt Jain, man glaubt es kaum, weiter am Libor herum.

  • Auf jeden Fall kommt Herr Breuer ins Guinessbuch der Rekorde unter "Teuerstes jemals auf der Welt geführtes Interview".

  • Vollmichsau,
    Was die SDK hier ablässt ist eine für Aktionärsschützer, wirklich mehr als "Dankeschön", sondern zeigt, dass diese Vertreter gar kein Interesse an der Vertretung von Aktionären haben, sondern ihr eigene Interessen nur wahrnehmen wollen, weil sie in einigen Aufsichtsräten mit drin sitzen und dabei auch auf Vertreter der Deutschen Bank stoßen.
    Wer solche Vertreter wählt sollte gleich aus dem Schutz[Dunst-]kreis austreten.
    In Amerika hat die Deutsche Bank schon einen Vergleich mit Aktionären geschlossen, weil die dort höhere Ansprüche ausgesetzt worden wäre.
    In Deutschland will kein Gericht den Mumm aufbringen, gegen dieses Institut vorzugehen.
    In diesem Fall war Herr Dr. Gauweiler als Vertreter von Kirch beteiligt und da hatte die Deutsche Bank arg zu knappern.
    Das Ergebnis kennt jeder.
    Aber bei einem Vertreter, wie Niedig & Co, kann man das vergessen.
    Prozessiere auch noch gegen die Deutsche Bank, aber die "unabhängige" Richterschaft in Deutschland ist ein auf die Bankenfreundlichkeit hinauslaufendes Ziel soweit gediehen, da kann man nur noch auf die Straße gehen !!!
    Die "unabhängigen" Richter in Deutschland, ist wie Fallobst im Herbst.

  • Nicht alles was an Recht so gesprochen wird ist auch richtig ! Denn klar ist das L.Kirch mit seinen Firmen immer pleite war. Kann auch nicht anderes sein wenn nur eine Hand voll diese "Firmen" schwarze Zahlen schrieb. Diese Firme ist nicht durch die Äußerung der Deutschen Bank
    in die Pleite gegangen. Warum darf man das nicht sagen wenn man Kredite geben soll ?

  • Ja, Breuer sollte für seine Aussagen geradestehen und die Aktionäre haben solche Risiken über ihre Dividenden zu tragen. Woran will die SdK sich jetzt aufhängen? Sie haben mit diesem Ergebnis und dessen Effekten rechnen müssen. Jetzt muss Rolf-Emil Breuer alleine als Verantwortlicher für alle anderen geopfert werden. Aber wer sagt, dass er alleine und völlig unabhängig agierte?
    Die Deutsche Bank heizt nicht ohne Grund jetzt ihre Bonisysteme an. Unter diesem Leistungsdruck ist ihre Reaktion jetzt entscheidend.

  • wenn ein normaler Mensch das Breuer-Interview ließt, denkt er sich na und was hat er denn gesagt eigendlich NICHTS.
    Schlaue Anwälte und überforderte Staatsanwälte und Richter machen 1 Mrd. Euro daraus.

  • Die Frage, wer bezahlt ist immer wieder rührend. Der Ertrag wird geschmälert. Akionäre, MA über Stellenabbau, Kunden über Gebühren, die Steuer über weniger Steuer auf Ertrag...alle die an dem Umsatz "hängen" zahlen.
    Blick ins BWL Buch verschaftt Sicherheit. - RMGVK

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