Deutsche Bank: Ex-Chefvolkswirt lästert über Research-Umbau

Deutsche Bank
Ex-Chefvolkswirt lästert über Research-Umbau

Die Deutsche Bank dreht erneut am Führungskarussell: Ende Mai wird eines der prominentesten Gesichter des Hauses das Unternehmen verlassen. Chefvolkswirt Thomas Mayer tritt zurück. Sein Vorgänger ist außer sich.
  • 14

BerlinDer ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat überrascht auf den Rücktritt seines Nachfolgers Thomas Mayer reagiert. Die Entscheidung der Bank, den bisher unabhängigen volkswirtschaftlichen Think-Tank DB Research und die Abteilung Markets Research zusammenzulegen, kritisierte Walter heftig: „Das ist falsch“, sagte er dem Handelsblatt an Rande einer Ökonomentagung in Berlin. Das passe zu einer Investmentbank, die kein unabhängiges Research haben wolle, sondern nur an Sales Support interessiert sei.

Die Deutsche Bank hatte heute bekannt gegeben, dass Thomas Mayer, Chefvolkswirt des Geldinstituts und Leiter von DB Research, zum 31. Mai von beiden Posten zurücktritt. Sein Nachfolger wird David Folkerts-Landau. Bereits Mitte März war bekannt gegeben worden, dass Folkerts-Landau Leiter des Markets Research der Deutschen Bank wird. Ab 1. Juni wird er der neue Leiter des gesamtes Researchs - und auch von Mayer die Positionen als Chefvolkswirt und Leiter von DB Research übernehmen.

Deutsche Bank Research brauche einen Denker, sagte Walter. „Das war ich, das war Mayer - aber das ist Folkerts-Landau nicht, weil er es nicht sein will.“ Folkers-Landau sei ein Manager. Mayer werde der Bank aber weiterhin als Berater zur Verfügung stehen, so die Deutsche Bank.

Walter wie auch Mayer waren dank zahlreicher Fernsehauftritte und Interviews prominente Gesichter der Bank. Folkerts-Landau ist öffentlich selten in Erscheinung getreten. Thomas Mayer hatte das Amt im Januar 2010 von Norbert Walter übernommen und war zuvor sieben Jahre lang Chefökonom für Europa. Jetzt wolle er sich verstärkt der wissenschaftlichen Forschung widmen.

Noch-Chef Josef Ackermann sagte laut Mitteilung: „Thomas Mayer ist ein hoch angesehener Ökonom und war während der Finanz- und Wirtschaftskrise für mich ein sehr geschätzter Berater, wofür ich ihm zu großem Dank verpflichtet bin.“

Kommentare zu " Deutsche Bank: Ex-Chefvolkswirt lästert über Research-Umbau"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Da weht ein Wind der Veränderung in eine Richtung, die nicht mehr zu kontrollieren ist, und alles schaut zurück. Schade, da bräuchte es jemand mit einem Plan.

  • Hm, was da wohl ausgeheckt wird ist schon Euer Merkwürden. Aa neue Chefs immer ihnen Altbekanntes nochmal besser implementieren wollen, muss man nur bei den Vorgängerstationen genauer schauen. Die Zusammenlegung riecht für mich nach Hi-Speed-Trading gekoppelt mit interner Research-Unterstützung. Die Analysen der DB sind künftig äußerst skeptisch zu sehen, weil sie primär sicher nur noch dem Gewinn der Bank hörig sind.

  • "Wenn sie als Gewerbetreibender ( Selbstständiger ) unter Klarnamen ,Behörden kritisieren, haben sie ruckzuck<br/>die Gewerbeaufsicht , die Steuerfahndung und sonstwen am Hals. Klarnamen, also Freiheit können sich nur Leute leisten, die nichts zu verlieren haben. (Eigene Erfahrung liegt vor )

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%