Deutsche Bank
Ex-Vorstand will Boni nicht zurückzahlen

Die Deutsche Bank will, dass sich frühere Manager an den milliardenschweren Kosten für die Aufarbeitung der Skandale der Vergangenheit beteiligen. Ein Ex-Vorstand weigert sich rundheraus, auf Boni zu verzichten.
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FrankfurtDie Rückforderung einbehaltener Boni hat bei der Deutschen Bank einen offenen Streit ausgelöst. Hugo Bänziger, der frühere Risikovorstand weigert sich, die Forderungen seines früheren Arbeitgebers zu erfüllen. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagte der Schweizer in einem Interview mit der Frankfuter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Die Deutsche Bank würde frühere Top-Manager gerne an den Milliardenkosten der zahlreichen Skandale beteiligen und hat daher Boni in Millionenhöhe früherer Vorstände eingefroren. Aufsichtsratschef Paul Achleitner hatte auf der Hauptversammlung der Aktionäre Mitte Mai gesagt, eine Einigung in dem Streit stehe kurz bevor. Bänziger widerspricht diesen Aussagen: „Auf was die Äußerung beruht, entzieht sich meiner Kenntnis. Bis zur Hauptversammlung war ich mit ihm neun Monate lang nicht in Kontakt, hatte nichts gehört, auch nicht über Anwälte“, betont Bänziger, der heute Teilhaber der Schweizer Privatbank Lombard Odier ist.

Nach Informationen des Handelsblatts ist Bänziger nicht der einzige Ex-Manager der den Vorstoß Achleitners auf der Hauptversammlung kritisch sieht. Aber es gibt auch andere Stimmen. Aus dem Umfeld eines weiteren ehemaligen Vorstands ist zu hören, dass Achleitners Darstellung auf dem Aktionärstreffen durchaus der Realität entspreche und dass es Fortschritte in den Verhandlungen gebe.
Bänziger selbst glaubt, dass es keine juristische Grundlage für Rückforderungen gibt. Die Staatsanwaltschaft habe „jeden Stein umgedreht und das Verfahren ausdrücklich eingestellt“. Deshalb wolle Achleitner nun moralischen Druck auf die Ex-Vorsände ausüben, vermutet Bänziger.

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