Deutsche Bank Finanzvorstand peilt Strategiewechsel an

Die Deutsche Bank will im Frühjahr ihre Unternehmensstrategie anpassen. Das Geldhaus wolle „in die Offensive“ gehen. Damit kommt sie Investoren entgegen, die schon lange eine strategische Neuausrichtung fordern.
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Deutschlands größtes Geldhaus will sich neu orientieren. Quelle: dpa
Baustelle Deutsche Bank

Deutschlands größtes Geldhaus will sich neu orientieren.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Deutsche Bank bereitet Anleger und Mitarbeiter auf eine weitere Strategie-Anpassung im Frühjahr vor. Dabei solle das Geschäftsmodell geschärft werden, kündigte Finanzchef Marcus Schenck am Freitag in Düsseldorf an. Im Mittelpunkt stünden das Deutschland- und das Firmenkundengeschäft, beides solle weiter Kernbestandteil der Bank sein. In den kommenden Monaten werde es dazu Botschaften geben. Über allem stehe das Ziel, nach den Rückschlägen der vergangenen Monate wieder in die Offensive zu kommen: „2017 wollen wir in die gegnerische Spielhälfte gehen und Tore erzielen“, betonte Schenck. „Dazu wird auch erforderlich sein, dass wir als Bank klarer ausbreiten, wo wir führend sein können und wollen und wo eben auch nicht.“ Finanzkreisen zufolge will Deutschlands größtes Geldhaus spätestens zur Hauptversammlung im Mai konkret werden.

Investoren fordern seit langem, dass die Deutsche Bank noch einmal grundsätzlich überlegt, wie sie in die Zukunft gehen will. Denn die bisherigen Sanierungserfolge sind überschaubar und die Kosten nach wie vor zu hoch. Dabei zeichnet sich für die Branche schon jetzt eine weitere Verschärfung der Kapitalvorschriften ab - die große Achillesferse der Deutschen Bank. Vorstandschef John Cryan, seit Sommer 2015 im Amt, hatte bislang im Großen und Ganzen an der „Strategie 2020“ seines glücklosen Vorgängers Anshu Jain festgehalten. Sie sieht den Rückzug aus einigen unprofitablen Märkten und besonders kapitalintensiven Handelsgeschäften vor. Ende 2015 setzte Cryan noch den Abbau von 9.000 Jobs im Konzern oben drauf - und hoffte, das reicht. Aber selbst die kleinere Commerzbank baut im Verhältnis zu ihrer Größe inzwischen mehr Mitarbeiter ab, um wieder in die Spur zu kommen.

Die Führungsriege der Deutschen Bank hat in den vergangenen Monaten bereits einige Szenarien durchgespielt. Insidern zufolge zählt dazu ein Rückbau des Investmentbankings im wichtigen US-Markt genauso wie eine Vollintegration der unverkäuflichen Postbank. Entscheidungen sind allerdings noch nicht gefallen. Cryan wollte zunächst abwarten, wie teuer der US-Hypothekenvergleich wird. Hier hatte zunächst eine Strafe von 14 Milliarden Dollar im Raum gestanden, die die Bank nach Ansicht einiger Analysten überfordert hätte. Die Aktie der Deutschen Bank war daraufhin im September abgestürzt und etliche Kunden nahmen Reißaus und zogen Milliarden ab, wie das Institut selbst einräumen musste.

Die kurz vor Weihnachten erzielte Grundsatzeinigung mit dem US-Justizministerium sieht nun Belastungen von insgesamt rund sieben Milliarden Dollar vor - was sowohl in den Doppeltürmen als auch an den Märkten mit Erleichterung aufgenommen wurde. Der Vergleich muss allerdings noch in Papierform gebracht und vom US-Justizministerium verkündet werden. Das soll nach Angaben aus Finanzkreisen in den nächsten Tagen geschehen - vor dem Präsidentenwechsel am 20. Januar.

Die erfolgreichsten Investmentbanken des Jahres 2016
Platz 15: Lazard
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Die US-Investmentbank Lazard konnte im vergangenen Jahr 1,08 Milliarden US-Dollar an Gebühren verbuchen und verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Prozent und vier Plätze im Ranking.

Platz 14: BNP Paribas
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Die französische Bank BNP Paribas konnte ihren Kunden 2016 Gebühren in Höhe von 1,35 Milliarden US-Dollar in Rechnung stellen, 14,8 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

Platz 13: Mizuho Financial Group
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Die Gebühreneinnahmen des japanischen Finanzdienstleisters Mizuho summierten sich 2016 auf mehr als 1,40 Milliarden US-Dollar – das reicht für Platz 13. Im Vorjahresvergleich verbesserte sich Mizuho um einen Platz und 11,5 Prozent.

Platz 12: HSBC
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Die britische Großbank HSBC (Hongkong and Shanghai Banking Corporation) stellte 2016 1,48 Milliarden US-Dollar an Gebühren in Rechnung ein – ein Minus von 13 Prozent im Vergleich zu 2015.

Platz 11: UBS
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Die Schweizer Großbank UBS verlor einen Platz im Ranking und sammelte 2016 „nur“ noch 1,58 Milliarden US-Dollar an Transaktionsgebühren ein – ein Minus von 17,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem zählt UBS zu den erfolgreichsten Investmentbanken 2016 – Verluste auf hohem Niveau also.

Platz 10: RBC Capital Markets
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RBC Capital Markets ist Teil der Royal Bank of Canada und verdiente 2016 mehr als 1,78 Milliarden US-Dollar im Investmentbanking. Zwar ist das ein Verlust von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr, RBC kletterte im Ranking aber einen Platz nach oben.

Platz 9: Wells Fargo & Co.
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Das US-Finanzdienstleistungsunternehmen Wells Fargo & Company konnte mit seiner Investmentbanking-Sparte im vergangenen Jahr mehr als 2,11 Milliarden US-Dollar an Gebühren einnehmen – ein Minus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Platzierung konnte Wells Fargo halten.

Schenck räumte in Düsseldorf ein, dass die Deutsche Bank bislang zu sehr mit sich selbst beschäftigt war. „Wir haben 2016 immer in der eigenen Spielhälfte gestanden, um hinten die Null zu halten.“ Das sei auch gelungen: „Wenn die Bank im Jahr 2016 eines unter Beweis gestellt hat, dann ist es ihre Widerstandsfähigkeit.“ Es sei zwar noch zu früh, um über Zahlen für das vergangene Jahr zu sprechen. Er gehe aber davon aus, dass sie „trotz der vermutlich schwierigsten drei Monate, die diese Bank in vielen, vielen Jahren hinter sich gebracht hat“, besser abschneiden werde als 2015. Damals hatte wegen diverser Aufräumarbeiten ein Rekordverlust von fast sieben Milliarden Euro zu Buche gestanden. Die Zahlen für 2016 werden am 2. Februar erwartet.

Analysten gehen davon aus, dass die Jahresbilanz auch wegen des Hypothekenvergleichs unter dem Strich abermals rot sein wird. Die Mitarbeiter müssen sich deshalb darauf einstellen, dass der Bonustopf erneut schrumpft, wie aus dem Umfeld des Aufsichtsrats verlautet. Konkrete Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen. „Der ganze Entscheidungsprozess wurde dieses Mal leicht nach hinten geschoben“, berichtet ein Insider.

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