Deutsche Bank
Fitschen ist als Ackermann-Nachfolger noch nicht durch

Das Ringen um die Nachfolge Josef Ackermanns als Chef der Deutschen Bank ist noch nicht entschieden. Deutschland-Chef Jürgen Fitschen stößt auf Vorbehalte - und eine Alternative gibt es auch schon.
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Berlin/FrankfurtDie zähe Debatte über die künftige Führung der Deutschen Bank nimmt konkretere Formen an. Aufsichtsratschef Clemens Börsig und weitere einflussreiche Mitglieder des Gremiums sind für eine Doppelspitze mit Top-Investmentbanker Anshu Jain und Deutschland-Chef Jürgen Fitschen, wie aus dem Umfeld der Beratungen am Sonntag verlautete. Der von Börsig geführte dreiköpfige Nominierungsausschuss werde diesen Vorschlag wohl dem Präsidium unterbreiten. Ob das Modell aber vom gesamten Kontrollgremium getragen wird, ist offen. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, betonte ein Aufsichtsrat. Es gebe nach wie vor Vorbehalte gegen Fitschen als Tandempartner, da er mit bald 63 Jahren relativ alt sei. „Viele wollen einen Generationswechsel.“

Wie aus dem Umfeld der Gespräche verlautete, war auch Ackermann am Sonntag bei den Beratungen mit von der Partie. Der Schweizer bevorzugt Finanzkreisen zufolge Risikovorstand Hugo Bänziger als Co-Chef für Jain. „Das Duo soll die gesamte Bank repräsentieren können - und das nicht nur für ein oder zwei Jahre“, sagte ein Insider. Jain ist als 100-prozentiger Investmentbanker und mit nur geringen Deutsch-Kenntnissen nicht vermittelbar als alleiniger Vorstandschef des größten deutschen Geldhauses. Daher sucht Börsig fieberhaft nach einem Partner. Auch Privatkundenvorstand Rainer Neske ist noch im Gespräch. Die Deutsche Bank kommentiert den Stand der Beratungen nicht.

Dafür hat das Bankhaus zuvor die angeblichen Wechselabsichten ihres Chefs Josef Ackermann an die Spitze des Aufsichtsrat dementiert. „Die Meinung des Vorstandschefs in dieser Frage hat sich nicht geändert“, sagte ein Sprecher am Sonntag. In der Vergangenheit hatte Ackermann wiederholt einen Wechsel ins Kontrollgremium abgelehnt. Der Sprecher wies auch einen Vorabbericht des „Spiegel“ zurück, wonach der Schweizer jüngst in einer Vorstandssitzung dafür geworben haben soll, in den Aufsichtsrat zu gehen. Auch in hochrangigen Bankkreisen hieß es, Ackermann habe keine Pläne für einen solchen Schritt durchblicken lassen.

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Bänziger ist Ackermanns Favorit

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Schnell wieder Frieden schaffen

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