Deutsche-Bank-Führungsduo
Sparen, schrumpfen – siegen?

Jürgen Fitschen und Anshu Jain stellen die neue Strategie der Deutschen Bank vor. Das Institut gründet eine interne „Bad Bank“, die nicht so heißen soll. Und ruft ein Gremium zusammen, mit einem Vorsitzenden ohne Namen.
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FrankfurtJürgen Fitschen und Anshu Jain führen die Deutsche Bank seit gut 100 Tagen. Am Dienstag hatten die Co-Chefs ihren großen Auftritt bei der Vorstellung der neuen Unternehmensstrategie. Anshu Jain lächelt verschmitzt, fast schüchtern. Jürgen Fitschen wirkt gelöster, als das Führungsduo den Hermann-Josef-Abs-Saal im Haupthaus im Frankfurter Bankenviertel betritt.

Ein Dreh zu den Fotografen links, einer nach rechts. Dann tauchen die Vorstandschefs von Deutschlands größtem Geldhaus auf dem Podium unter im Pulk der Fotografen und Fernsehteams – und halten für die berichterstattenden Journalisten eine faustdicke Überraschung parat.

Viel war in den vergangenen Wochen spekuliert worden über die neue Strategie. Über den angekündigten Kulturwandel und einen möglicherweise erweiterten Stellenabbau. Doch die Schaffung einer internen „Bad Bank“ hatte so niemand auf dem Zettel. Dafür schafft die Deutsche Bank eine neue fünfte Einheit innerhalb des Konzerns. Die Einheit „Non-Core Operations“ wird mit Vermögenswerten gefüllt, von denen sich das Institut in den nächsten Jahren trennen will.

Dabei handelt es sich um verbriefte Wertpapiere und andere Aktiva, die sich im Investmentbanking angesammelt hätten und nun nicht mehr zum Kerngeschäft gezählt würden. Hinter diesen Papieren steckten Ende Juni Bilanzrisiken (RWA) von 135 Milliarden Euro. Bis März 2013 soll davon bereits ein Drittel abgebaut sein. Finanzvorstand Stefan Krause sagte, dass es sich bei der neuen Einheit um keine „Bad Bank“ handele. Die Vermögenswerte in der neuen Einheit seien schließlich keine schlechten Aktiva, betonte Krause.

Fitschen und Jain geben der Deutschen Bank zunächst eine Strategie bis zum Jahr 2015. Fitschen nennt die kommenden drei Jahre eine „Phase des Übergangs“. Man wolle gut durch die schweren Zeiten kommen, um „dann den Hebel umlegen“ zu können, sagt Fitschen.

Während Fitschens Ausführungen hört Jain fast regungslos zu. Jain wirkt müde. Die Co-Chefs teilen sich die Erklärungen auf. Fitschen ist für die Einführung zuständig, umreißt grob die Strategie. Anshu bringe nachher Zahlen, sagt Fitschen. „Auch das wird Anshu gleich im Detail erklären.“ Und nachdem Fitschen „zum Schluss nochmal wieder das Kulturthema als Ganzes“ behandelt hat, ist Jain dran.

Jain erweist sich nicht nur als Herr der Zahlen im Führungsgespann, er ist auch der Herr der Folien. Jain liest mehr vom Bildschirm ab als Fitschen. Er fliegt durch die Geschäftsbereiche. In der Sparte Investmentbanking weist er darauf hin, ausschließlich in dieser Einheit eine Extrafolie in der Präsentation zu haben.

Kommentare zu " Deutsche-Bank-Führungsduo: Sparen, schrumpfen – siegen?"

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  • Ein Hotel verleiht Zimmer und eine Bank verleiht Geld.
    Ein Hotel erwirschaftet die Rendite,während die Bank die Rendite erwirschaften läßt.Wenn aber eine Bank 25% Rendite anvisiert,die Kundschaft jedoch nur 1,5% Wachstum erwirtschaftet,sollten Sie sich fragen,wo die Differenz herkommt und nicht leichtfertig vom "dümmlichen Geschwätz" der Presse reden,

  • Postbank gehört zu Deutsche Post??? Postbank gehört mitlerweile zu DEUTSCHEN BANK!!!! Das sollte man als Handelsblatt wissen und wenn man einen Artikel über die Deutsche Bank schreibt, sowieso!

  • Der beste war Ackermann

    oder welche europäische Bank war besser? Kritik bzw. dümmliches Geschätz kam in erster Linie vom Spiegel und andere plapperten es nach. In Deutschland wird alles kritisiert, nur die Presse nicht. Da fragt man sich warum wohl. Eine Eigenkaitalrendite von 25% ist in gut geführten Hotels das Minimum, bei einer Bank sollte es mehr sein.

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