Deutsche Bank
Geben Sie Bescheid, falls jemand die Postbank kaufen will

Bei juristischen Auseinandersetzungen sieht Deutsche-Bank-Chef John Cryan große Fortschritte. Doch der Verkaufsprozess der Tochter Postbank stockt. Und auch die Gespräche über einen Stellenabbau ziehen sich hin.

New YorkDie Deutsche Bank sucht nach Alternativen zu einem Börsengang der Postbank. „Wir könnten zwar einen Börsengang durchziehen, aber wir wollen das jetzt nicht, weil ich glaube, dass der Preis, den wir erzielen würden, für unsere Aktionäre nicht attraktiv wäre“, sagte Vorstandschef John Cryan auf einer Investorenkonferenz am Dienstag in New York.

Deshalb müsse die Bank auf ein besseres Klima für Börsengänge warten - oder nach “etwas kreativeren Wegen“ suchen, sich von ihrer Beteiligung zu trennen. „Aber die Bank steht zum Verkauf“, sagte Cryan. „Wenn Sie also jemanden kennen, der eine deutsche Filialbank kaufen will - lassen Sie es mich wissen.“

Die Deutsche Bank hatte erklärt, sie könne sich bis 2018 Zeit lassen mit einer Trennung von der Postbank. Erst dann lasteten die strengeren Kapitalvorschriften von „Basel III“ so stark auf dem Haus, dass man die Bilanzrisiken der Postbank – rund 42 Milliarden Euro – loswerden müsse, erläuterte Cryan vor den Investoren. Unabhängig vom erzielbaren Preis wirke ein Verkauf wie eine „Kapitalerhöhung durch die Hintertür. Wir haben nicht erwartet, mit dem Verkauf viel Geld zu verdienen.“

Auch Investoren sind inzwischen der Ansicht, dass die Bank beim Verkauf der Postbank nichts überstürzen sollte. Manche Aktionäre hätten auch kein Problem damit, wenn sich das Geldhaus noch einmal umentscheiden würde und die Postbank doch behalte, sagte einer der zehn größten Aktionäre der Nachrichtenagentur Reuters. Immerhin habe die Postbank 2015 einen soliden Gewinn erwirtschaftet. Für die Glaubwürdigkeit des Managements wäre eine Kehrtwende aber eine Katastrophe, räumte der Investor ein. Das sieht auch Cryan so: Es wäre schwierig, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. „Der Geist ist aus der Flasche.“

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Fortschritte bei Gesprächen mit dem Betriebsrat

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