Deutsche Bank
Haben russische Kunden Geld gewaschen?

Russische Kunden der Deutschen Bank haben mit Hilfe des Instituts möglicherweise rund sechs Milliarden Dollar gewaschen. Die Bank geht dem Verdacht in einer Untersuchung nach. Einige Angestellte wurden bereits beurlaubt.
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FrankfurtDeutsche Bank AG führt unterrichteten Kreisen zufolge eine interne Untersuchung über mögliche Geldwäsche durch russische Kunden durch. Diese dürfte Transaktionen von etwa sechs Milliarden US-Dollar über mehr als vier Jahre umfassen.

Die russische Notenbank hat im Oktober die Deutsche Bank gebeten, die Aktienhandelsaktivitäten einiger Kunden in dem Land zu prüfen, sagt eine der informierten Personen, die um Anonymität bat, da die Diskussionen vertraulich seien. Das deutsche Kreditinstitut analysiert nun Daten von 2011 bis Anfang 2015 und hat die britische Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority, die Europäische Zentralbank und die Bafin in Frankfurt über die Untersuchung informiert, berichten die informierten Personen.

„Wir sind entschlossen, an internationalen Bemühungen zur Aufdeckung und Bekämpfung verdächtiger Aktivitäten teilzunehmen und wir gehen energisch vor, wenn wir Anzeichen für Fehlverhalten aufspüren”, schrieb die Deutsche Bank am Freitag in einer Mitteilung. „Wir haben eine geringe Zahl an Personen aus unserer Geschäftseinheit in Moskau beurlaubt, bis die Ergebnisse einer internen Untersuchung vorliegen.”

Die Transaktionen umfassen Aktien, die von russischen Kunden in Rubel über die Deutsche Bank gekauft wurden und gleichzeitige Handelsgeschäfte über London, wo die Bank die selben Papiere in ähnlicher Größenordnung in US-Dollar erwarb, sagen die informierten Personen. Die Deutsche Bank untersucht, ob die Transaktionen russischen Kunden ermöglicht haben, Geld aus dem Land zu schaffen, ohne es den Behörden korrekt zu melden, sagte eine der Personen. Die Bank prüfe außerdem, ob sie die Behörden früher hätte alarmieren sollen, heißt es weiter.

Mitarbeiter der FCA, der EZB und der Bafin wollten keinen Kommentar abgeben. Die russische Notenbank in Moskau wollte sich nicht unmittelbar äußern. Der Wert der verdächtigen Handelstransaktionen könnte höher sein als derzeitig geprüft und die Ermittlungen dauerten noch an, sagte eine der Personen. Welche Rolle Deutsche-Bank- Mitarbeiter gespielt haben, werde ebenfalls unter die Lupe genommen, heißt es. Tim Wiswell, Leiter des russischen Aktiengeschäfts der Bank, gehört zu den Mitarbeitern, die im April im Zusammenhang mit der Untersuchung beurlaubt wurden, berichtete eine Person. Wiswell wollte sich nicht äußern, als er am Freitag auf seinem Handy kontaktiert wurde. Die Deutsche Bank hat eine der größten ausländischen Investmentbanken in Russland und beschäftigt in ihren Geschäftsbereichen in Moskau und St. Petersburg mehr als 1000 Mitarbeiter.

Die größte deutsche Bank wurde im April von den US-amerikanischen und britischen Aufsichtsbehörden wegen der Manipulation von Zins-Benchmarks mit einer Strafe von 2,5 Milliarden US-Dollar belegt. Die Geldbuße ist die größte, welche die Deutsche Bank für Fehlverhalten bisher gezahlt hat und addiert sich zu den Aufwendungen von 7,1 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten in den vergangenen drei Jahren. Offene Rechtssachen der Bank umfassen Ermittlungen bezüglich der Manipulation von Devisen-Benchmarks sowie Ermittlungen über hypotheken- und forderungsbesicherte Wertpapiertransaktionen sowie mutmaßliche Verstöße gegen US- Sanktionen. Die Aktie der Deutschen Bank verlor nach dem Bericht bis zu 2,6 Prozent. Zuletzt notierte sie 1,9 Prozent niedriger bei 27,58 Euro.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutsche Bank: Haben russische Kunden Geld gewaschen?"

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  • Nicht russische Kunden, sondern die Deutsche Bank hat Geld gewaschen.
    Also HB, bitte die Headline austauschen!

  • Uuuups!
    Schon wieder?Wo sind diejenigen,die argwöhnten,dass es ja alles nur unhaltbare Vorurteile seien,die man gegen die "Deutsche Bank" habe?
    Ich bleibe dabei,diese Bank ist ein Hort des Verbrechens.

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