Deutsche Bank-Hauptversammlung
Angst vor dem Durchmarsch der Investmentbanker

Anshu Jain gelangte durch den Erfolg des von ihm verantworteten Investment-Bankings an die Spitze der Deutschen Bank. Das löst Ängste aus, die Rückbesinnung auf das Privatkundengeschäft könnte infrage gestellt werden.
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DüsseldorfDurch die weltweite Finanzkrise sind die Verantwortlichen der Deutschen Bank um Konzernchef Josef Ackermann zu der Einsicht gekommen, dass ihnen ohne Kleinsparer das Geld ausgehen könnte. Deshalb kauften sie mehr als 90 Prozent der Postbank für insgesamt rund 5,6 Milliarden Euro und erhielten dadurch den Zugang zu 14 Millionen Kunden und Spareinlagen über 120 Milliarden Euro.

Ackermanns erklärtes Ziel war es, dem vergleichsweise stabilen Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden mehr Gewicht zu verleihen und so die Schwankungen im Investment-Banking besser auszugleichen. Und dafür hat er einiges getan.

Vor allem der Zukauf der Postbank hat Privatkundenvorstand Rainer Neske eine stärkere Stellung denn je innerhalb des Konzerns eingebracht. Er verfügt über eine Hausmacht auf der zweiten und dritten Ebene, zahlreiche regionale Manager mit echtem Kundengeschäft stärken ihm den Rücken.

Doch in den obersten Führungsgremien des Geldhauses sieht er sich künftig einer Armada von Investmentbankern gegenüber und von den Veränderungen erfuhr er aus der Zeitung. Durch den Wechsel des ehemaligen Spartenchefs Anshu Jain an die Konzernspitze fürchten Kritiker jetzt einem „Durchmarsch der Investmentbanker“.

Auch die neuen Co-Chefs Jain und Jürgen Fitschen werden nach Einschätzung von Bankkennern aber an der Strategie festhalten, dem Investment-Banking ein starkes Privatkundengeschäft gegenüberzustellen. Größere Zukäufe seien jedoch nicht mehr zu erwarten: In Deutschland ist die Konsolidierung weitgehend abgeschlossen, in Europa – wo die Deutsche Bank im Privatkundengeschäft wie in den Schwellenländern schwach oder nicht präsent ist – scheint jetzt die falsche Zeit für Akquisitionen.

Kommentare zu " Deutsche Bank-Hauptversammlung: Angst vor dem Durchmarsch der Investmentbanker"

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  • Mit der Fernsehsendung sollte nur das Bild der DB weiter beschädgt werden und das wurde offensichtlich erreicht. "Schlechte Beratung" liegt im Auge des Betrachters, und die DB hat in den gezeigten Fällen unglücklich, aber nicht in betrügerischer Art und Weise gehandelt. Erschreckend einseitig waren die Darstellungen der Immobilienräumungen. Die Leute haben ihren Kredit bekommen, nicht bezahlt und aus die Maus. Das ist überall so! Wer da nun bei Weitervekäufen unterschrieben hat oder nicht, ist völlig nebensächlich und Sache der betroffenen Institute
    ...und lasst den Jain und Kollegen erst mal machen und schauen, was er macht. Die Postbank wird nicht wieder verkauft. Außerdem heißt Investmentbanking nicht, dass die Bank nur selbst investiert, sondern eher Geschäfte vermittelt. Es gibt also in der Regel Käufer und Kreditnehmer, und das sind Menschen und keine Monster. Die Welt hat sich aber inzwischen auf die Banken eingeschossen.

  • also, ich würde das finanzkasino auch lieber heute als morgen abschaffen - und kann es auch bis ins detail unpolemisch begründen, aber ein neuer mann/frau verdient eine klare chance und die angemessen gestaltungsspielräume und mir ist lieber ein talentierter könner als ein .... ackermann hat für mich etwas zerstört, dass viel mehr wert war als den menschen in deutschland klar ist. eingetauscht in faustischer manier gegen papiergeldkettenbriefe. ich war elf jahre und hatte gerade die schriften von max weber hinter mir und fing an mich für heyek zu interessieren, da erzählte mir ein sehr gebildeter verwandter, wie herr abs die "deutsche bank in seiner alten lederarbeitstasche" durch die wirren der letzten tage gerettet hat und wie eine damals teils noch solide elite schon anfang der fünfziger jahre plante nach zehn jahre aufbau eine weltweit führende umwelttechnik für die abwasseraufbereitung vorranzubringen usw. usw. oder das in der struktur der deutschland AG auch die ehrhardsche soziale marktwirtschaft versteckt war - damals gehörten die unternehmen in deuschland noch den menschen in deuschland, wenn auch indirekt. heute nur die in südstaatsanleihen angelegten lebenversicherungsgelder. dank herr ackermann. für mich sind und wahren sie ein leichtfüssiger mit zeitgeistgehirn. ich sehe viele dinge im banking kritisch, aber solange die deutsche bank nicht in einer allgemeinen vielleicht auch internationalen finanzmarktreformen in inverstmentbanking und einlagenbanking aufgespallt wird, haben verdammt nochmal herr jain und seine leute die gestaltungspielräume zubekommen um auch die geforderten ziele, entwicklungen und gewinne erziehlen zu können. wir haben scho viel zu viele leute mit stroh im kopf. nochmal basta. ich wünsche herrn jain ein gutes händchen und auch die erfahrung, dass deutsche verwaltungs- und aufsichtdinge eine eigene erfahrung im leben sind aber häufig nach einiger zeit die verlässlichkeit und hilfsbereitschaft auch sehr schätzentwert ist.

  • (...) Ich glaub, du bist der einzige Jünger hier. Durchatmen, du "Griechenlandgewinner."

    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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