Deutsche Bank, Hypo-Vereinsbank & Co.
Mehr Boni für die Banker

Nicht nur Deutsche-Bank-Mitarbeiter dürfen wieder auf höhere Boni hoffen. Auch andere Geldhäuser wollen ihre variable Vergütung verdoppeln. Dabei können hohe Bonuszahlungen bei der Mitarbeitermotivation sogar schaden.
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DüsseldorfDie Deutsche Bank darf ihren Managern wieder einschenken. Gestern Abend haben die Aktionäre zugestimmt, dass das Unternehmen ihren Mitarbeitern Boni auszahlen kann, die das doppelte ihre Fixgehaltes betragen – und nicht nur das einfache ihres Fixgehaltes, wie es die EU seit diesem Jahr grundsätzlich regelt.

Das größte deutsche Geldhaus macht dabei von einer Ausnahme Gebrauch: Wenn ihre Aktionäre zustimmen, darf der Bonus maximal das Doppelte des Grundgehalts betragen. Bis 2013 durften die Institute Boni in theoretisch unbegrenzter Höhe ausschütten.

Die Deutsche Bank hat die Ausnahmeregelung nicht als einzige entdeckt. Immer mehr Banken machen davon Gebrauch. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Hypo-Vereinsbank ihre Aktionäre um Zustimmung bitten wird, dass auch sie ihren Mitarbeitern die Fixgehälter verdoppeln darf. Am Mittwoch hatten die Aktionäre der Aareal Bank der Erhöhung der Bonusgrenze zugestimmt.

Das Argument hinter den steigenden Boni: Die Deutsche Bank will sich laut Co-Chef Jürgen Fitschen eine möglichst große Flexibilität bei der Bezahlung seiner Mitarbeiter erhalten. Zudem sagen viele Banken, man wolle durch höhere Boni gute Manager halten und seine Mitarbeiter motivieren. Besonders groß ist die Angst der Banken, dass US-Institute ihnen ihre besten Leute abwerben.

Doch Studien zeigen, dass dieses Argument sich nicht halten lässt. Die Bonus-Zahlungen sind nämlich längst nicht so effektiv, wie häufig behauptet. Die Agentur Stepstone hatte bereits 2012 in einer Studie herausgefunden, dass Motivation nicht käuflich ist. Wird ein Bonus gezahlt, fühlen sich viele nur stärker unter Druck gesetzt – und die Extravergütungen fördern den Neid unter Kollegen.

Nur bei standardisierten Aufgaben machen Bonuszahlungen überhaupt Sinn. Bei anspruchsvollen Themen hemmen sie stattdessen den Prozess, eine Lösung zu finden, heißt es in der Studie weiter.

Und: Wer oft belohnt wird, macht mehr Fehler. Laut einer Studie der Radboud Universität in den Niederlanden stören Boni, weil die Verlockung Adrenalin oder Dopamin freisetzt, das wiederum die Konzentration schwächt.

Statt höheren Gehältern sollten sich die Geldhäuser also möglicherweise eher neue Motivationsstrategien und Mitarbeiterbelohnung ausdenken.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin
Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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