Deutsche Bank
Im Devisenhandel nur noch auf Rang vier

Der Umbau des Bankhauses hinterlässt Spuren. Die Frankfurter - ein wichtiger Player im globalen Devisenhandel - büßen in diesem Segment fast die Hälfte ihres Marktanteils ein. Kleiner Trost: Der Aktienkurs zieht an.

FrankfurtDer Marktanteil der Deutschen Bank im weltweiten Devisenhandel, an dem täglich 5,3 Billionen Dollar umgesetzt werden, ist auf 7,9 Prozent eingebrochen. Das geht aus einer Umfrage von Euromoney Institutional Investor hervor. Im Vorjahr waren es noch 14,5 Prozent Marktanteil. Die Deutsche Bank liegt damit auf dem vierten Platz in der Rangliste von Euromoney, nachdem sie 2015 noch auf Rang zwei kam und von 2005 bis 2013 der nach Marktanteil weltgrößte Devisenhändler war.

Es ist der zweite Schlag für die Deutsche Bank in zwei Tagen: Am späten Montag hatte Moody’s Investors Service die Bonitätsnote der Bank auf zwei Stufen über „Ramsch“-Niveau abgesenkt. Die Bank streicht Stellen, zieht sich aus bestimmten Ländern und Geschäftsfeldern zurück und trennt sich von Kunden, um ihren Gewinn zu verbessern. Die Nettoerträge aus dem Bereich Anleihenverkauf und -handel, zu dem auch der Devisenhandel zählt, sind im ersten Quartal um 29 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum ausgefallen.

„Das allgemeine Ergebnis spiegelt die angekündigte Änderung der Bankstrategie wider, mit dem Fokus, eine bessere Qualität unserer Dienstleistungen einer kleineren Zahl von Kunden zukommen zu lassen“, sagte Fabio Madar, globaler Leiter Devisenverkauf bei der Deutschen Bank in London. Die Bank stehe engagiert dazu „unser globales Devisenhandelsgeschäft der Weltklasse“ weiterhin beizubehalten. Zudem investiere die Bank deutlich, um elektronische und Derivate-Angebote weiter zu stärken.

Im Euromoney-Ranking für den Handel am Spotmarkt und am Terminmarkt fiel die Deutsche Bank von Platz zwei auf Platz fünf. Im Optionshandel konnte sie ihren Spitzenplatz behaupten.

„Die Deutsche Bank hat es besonders hart getroffen mit all ihren Umstrukturierungen und Umgestaltungen“, sagte Paul Gulberg, Bankenanalyst in New York bei Portales Partners. „Es ist für alle europäischen Banken herausfordernd. Die negativen Zinsen helfen dem Handelsumfeld überhaupt nicht.“

Citigroup kam mit einem Marktanteil von 12,9 Prozent auf den Spitzenplatz in der Rangliste von Euromoney. Auf Platz zwei folgte JP Morgan vor der Schweizer UBS. Barclays rutschte drei Plätze ab und kam auf Platz sechs.

Niedrige Zinsen und Marktvolatilität machen nicht nur den Banken zu schaffen und drücken ihre Erträge, sondern haben auch Investoren von Devisenmärkten ferngehalten. Das Handelsvolumen am Devisenmarkt ist gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent gesunken und der Marktanteil der fünf führenden Banken sank auf das niedrigste Niveau aller Zeiten, wie Euromoney mitteilte.

Ein positiver Analystenkommentar hat die Deutsche Bank am Mittwoch beflügelt. Die Aktien stiegen um bis zu 4,4 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 16,25 Euro. Damit waren sie größter Gewinner im deutschen Leitindex Dax.

Die Analysten von JP Morgan äußerten sich nach einem Treffen mit Vorstandschef John Cryan zuversichtlich. Das Management sei auf Kurs, seine Restrukturierungsziele zu erreichen, hieß es in einem Kommentar der Bank. Vor allem bei den Kosten stehe die Deutsche Bank momentan deutlich besser da als erwartet. Sie bekräftigten ihr Anlageurteil „Overweight“ mit einem Kursziel von 23 Euro.

Insgesamt waren Finanzwerte wegen der Aussicht auf bald anziehende Zinsen in den USA zur Wochenmitte begehrt. Der europäische Branchenindex gewann 2,1 Prozent und damit mehr als alle anderen.

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