Deutsche Bank
Immer diese Rechtsstreitereien

Die Deutsche Bank ist in rund 6000 Prozesse verwickelt. Deren ungewisser Ausgang trübt das ansonsten gute Quartalsergebnis. Ein umstrittener Geschäftszweig erblüht zu neuer Pracht.
  • 4

FrankfurtDie Deutsche Bank stoppt die Talfahrt: Das Institut hat im zweiten Quartal 2014 seinen Vorsteuergewinn auf 917 Millionen Euro gesteigert. Das ist eine Steigerung um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das teilte die Bank am Dienstag in Frankfurt mit. Damit lag das Institut am oberen Ende der weit auseinander liegenden Erwartungen.

Unter dem Strich belief sich der Gewinn allerdings auf lediglich 238 Millionen Euro – das waren 29 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die Deutsche Bank führte das aber maßgeblich darauf zurück, dass Kosten für Rechtsstreitigkeiten nicht von der Steuer absetzbar sind.

Der Quartalsbericht überzeugte die Anleger nur auf den ersten Blick. Die im Dax gelisteten Titel verloren am Dienstag 0,3 Prozent, nachdem sie zunächst 1,5 Prozent fester in den Handel gestartet waren. „Die Zahlen sind gemischt ausgefallen“, sagte ein Händler. Die operativen Zahlen seien besser als erwartet gewesen, aber der Nettogewinn habe enttäuscht.

Das Institut profitierte insbesondere von einem Zuwachs beim oft umstrittenen Investmentbanking. Der Vorsteuergewinn der Sparte stieg um 17 Prozent auf 885 Millionen Euro. Das Investmentbanking habe „robuste Erträge, steigende Gewinne und ein im zweiten Quartal in Folge im Branchenvergleich starkes Ergebnis“ geliefert, sagten die Co-Vorstandschefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Der Anleihehandel entwickelte sich stabil – anders als bei vielen Konkurrenten.

Damit dürfte sich Jain in seiner Strategie bestätigt fühlen: Er setzt nach der unlängst abgeschlossenen gut acht Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung mehr denn je auf das Kapitalmarktgeschäft. Jain hofft, dass die Flaute im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, die die Branche in den vergangenen Quartalen gesehen hat, nur vorübergehend und den Niedrigzinsen geschuldet ist. „Die Volkswirtschaften wachsen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit“, stellten die beiden Vorstandschefs nun fest. „Dies könnte dazu führen, dass sich die Zinssätze mit unterschiedlicher Geschwindigkeit normalisieren, was neue Möglichkeiten eröffnet.“

Zu dem Ergebnis trugen vor allem auch Kosteneinsparungen bei. Auch die Vermögensverwaltung, in den vergangenen beiden Jahren die größte Baustelle im Konzern, macht der Bank wieder Freude. Die Sparte lieferte im Quartal einen Vorsteuergewinn von 204 (Vorjahr: 80) Millionen Euro ab und konnte unter dem Strich neue Kundengelder in Höhe von elf Milliarden Euro einsammeln. Die Deutsche Bank will hier vor allem im Geschäft mit den Superreichen angreifen und den Schweizer Häusern Konkurrenz machen.

Dagegen war das klassische Privatkundengeschäft dieses Mal rückläufig – das Ergebnis schrumpfte um 21 Prozent auf 403 Millionen Euro. Die interne „Bad Bank“ NCOU verringerte ihren Verlust um knapp 100 auf 580 Millionen Euro vor Steuern im Vergleich zum zweiten Quartal 2013.

Juristische Auseinandersetzungen bleiben einer der größten Unsicherheitsfaktoren für die Deutsche Bank. Im zweiten Quartal erhöhte das Institut seine Rückstellungen für Rechtsrisiken um 470 Millionen Euro auf 2,2 Milliarden Euro.

Kommentare zu " Deutsche Bank: Immer diese Rechtsstreitereien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • 6000 Rechtsstreitigkeiten? Das hört sich nur mega krank an. Diese korrupte und kriminelle "Bank" gehört sofort zerschlagen und die jetzigen Vorstände sowie einstigen (Ackermann) hinter Schloß und Riegel.

  • Der Ort heisst "Canary Wharf", Sie Analphabet.

    Deutsche Bank, Deutsche Bank überalles...

  • lemon jelly

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%