Deutsche Bank
Investoren setzen Achleitner unter Druck

Nicht nur das Topmanagement der Deutschen Bank ringt um das Vertrauen der Investoren. Auch der Druck auf den Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner steigt zunehmend. Die Aktionäre sind unzufrieden.

DüsseldorfFür Paul Achleitner, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank, wird es immer ungemütlicher. Zwar läuft sein Vertrag noch bis Ende 2017. Eine zweite Amtszeit wird für den Österreicher jedoch zunehmend unwahrscheinlicher.

So berichtet das „Manager Magazin“, dass vor allem Scheich Hamad bin Jassim bin Jabor auf Veränderung dringt. Er steht hinter den „Supreme Universal Holdings“, die mit 3,05 Prozent zur Gruppe der zweitgrößten Aktionäre der Deutschen Bank gehört. „Achleitner wird nicht Teil der Zukunft der Deutschen Bank über 2017 hinaus sein“, habe es aus dem Umfeld des Scheichs geheißen. Der größte Investor der Bank ist der Vermögensverwalter Blackrock mit 6,8 Prozent.

Neu ist der Unmut der Investoren allerdings nicht: Bereits am 1. Februar hatte das Handelsblatt über ihren zunehmenden Ärger berichtet. Der Grund für ihre Unzufriedenheit: Achleitner habe zu lange an dem alten Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen sowie deren Strategie einer globalen Universalbank festgehalten. „Aus unserer Sicht ist es nicht die Frage, ob die Deutsche Bank einen neuen Aufsichtsratschef braucht, sondern wann“, erklärte einer der wichtigsten Aktionäre dem Handelsblatt.

Ein anderer Aktionär ließ damals wissen: „Wir müssen über einen Neuanfang im Kontrollgremium der Deutschen Bank sprechen.“ Die Gespräche dürften unangenehm gewesen sein. Schließlich wollten die Investoren von Achleitner wissen, ob nicht auch mangelnde Kontrolle durch den Aufsichtsrat mitverantwortlich für die Krise ist, in der das Finanzinstitut nach wie vor steckt.

Auch andere Mitglieder der Herrscher-Familie aus Katar, die über die Paramount Services Holdings ebenfalls 3,05 Prozent an der Deutschen Bank halten, sind unzufrieden. Wegen des Kursverfalls der Aktie hat sich der Wert ihres Investments zwischenzeitlich nahezu halbiert. Resignation verwandle sich allmählich in Ärger, war bereits Anfang Februar aus dem Umfeld zu hören.

Erst am Mittwoch hatte Co-Chef-Cryan die Aktionäre erneut darauf eingestimmt, dass die Deutsche Bank wohl auch in diesem Jahr keinen Gewinn einfährt. Die Folge: Die Aktie verlor zeitweise knapp fünf Prozent. Und auch am Donnerstag setzt sich die Talfahrt fort: Bis zum frühen Nachmittag fielen die Titel um 4,5 Prozent auf 16,48 Euro.

Achleitner steht seit 2012 an der Spitze des Aufsichtsrats der Deutschen Bank. Bei der Hauptversammlung 2015 genoss der Österreicher, der 2012 zur Deutschen Bank kam, noch das Vertrauen der Investoren. 90 Prozent bestätigten ihn in seinem Amt. Und auch auf der kommenden Hauptversammlung im Mai scheint der Frieden zumindest im Vordergrund gewährt. Doch dass die Investoren ihm das Vertrauen für eine zweite Amtszeit schenken, wird immer ungewisser.

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