Deutsche Bank: John Cryans Durchhalteparole

Deutsche Bank
John Cryans Durchhalteparole

Es ist ein Novum – Deutschlands mächtigstes Geldhaus versichert Investoren, seine Schulden bezahlen zu können. Jetzt wendet sich John Cryan in einer Botschaft an seine Mitarbeiter. Die Bank sei „absolut grundsolide.“
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Frankfurt am MainNach dem Kursrutsch liegen die Nerven bei der Deutschen Bank offenbar blank. Am Dienstagvormittag wendete sich John Cryan in einer Botschaft an seine Mitarbeiter. Das Schreiben liest sich wie eine Durchhalteparole. Darin heißt es: „Die Deutsche Bank ist angesichts ihrer Kapitalstärke und ihrer Risikoposition absolut grundsolide.“ Sorgen darüber, ob die Rückstellungen der Bank für Rechtsstreitigkeiten nicht ausreichen, seien unbegründet.

Cryan gibt sich in dem Schreiben kämpferisch: „Wir möchten in Deutschland über alle Kundensegmente hinweg der am meisten angesehene Finanzdienstleister sein.“

Am Dienstagmorgen starteten die Aktien des größten heimischen Geldhauses mit Kursgewinnen von 1,8 Prozent in den Handel. Zu Wochenbeginn – im Zuge eines allgemeinen Ausverkaufs bei Finanztiteln – waren die Papiere regelrecht abgestürzt und hatte zeitweise fast zwölf Prozent verloren. Am Ende schloss die Aktie 9,5 Prozent tiefer bei 13,82 Euro. So schwach hat das Papier einen Börsentag noch nie beendet. „Die Investoren haben komplett den Glauben an die Bank verloren“, fasste es ein Großaktionär des Instituts zusammen.

Das zeigt die ungewöhnliche Maßnahme, zu der sich der Vorstand von Deutschlands größtem Geldhaus am Montagabend durchrang. In einer Pflichtmitteilung versicherte das Institut, dass es genug Geld habe, um neuartige Anleihen (Contingent Convertible Bonds, „CoCos“) zu bedienen, die erst 2014 im Volumen von rund fünf Milliarden Euro ausgegeben wurden. Dieses Jahr steht eine Zinszahlung von rund 350 Millionen Euro an – und nach Konzernangaben steckt etwa eine Milliarde Euro in der Kasse dafür. 2017 liegen die geschätzten Reserven dank erwarteter Sondererlöse demnach sogar bei 4,3 Milliarden Euro – das operative Ergebnis des laufenden Jahres noch gar nicht eingerechnet.

Zu dem Ausverkauf an der Börse zu Wochenbeginn trug auch eine Warnung der Analysten von Creditsights bei. Die zeigten sich zwar zuversichtlich, dass die Deutsche Bank die CoCo-Zinsen für 2016 zahlen kann, 2017 könne das allerdings anders aussehen.

Wie groß die Verunsicherung mittlerweile ist, zeigt sich auch am Markt für Kreditausfallversicherungen. Allein seit Mitte Januar haben sich die Risikoprämien für CDS der Deutschen Bank mehr als verdoppelt. Investoren, die über fünf Jahre Anleihen im Wert von zehn Millionen Euro des Geldhauses absichern wollen, zahlen dafür derzeit jährlich 232 000 Euro als Prämie. Anfang des Jahres waren es noch rund 100 000 Euro. Die höchsten Prämien wurden allerdings 2011 fällig. Sie lagen damals bei über 300 000 Euro.

In den düsteren Zeiten der Finanzkrise waren diese Papiere eines der wichtigsten Barometer, um den Stress an den Märkten zu messen. Mit diesen Papieren können sich Anleger gegen den Ausfall von Bonds versichern. Mittlerweile sind die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) etwas aus dem Blick geraten, aber seit sich Europas Bankaktien im freien Fall befinden, ändert sich das. Der akute Stress an den Aktienbörsen schlägt inzwischen auch auf die Anleihemärkte und die Credit Default Swaps durch.

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Kommentare zu " Deutsche Bank: John Cryans Durchhalteparole"

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  • @Herrn von Horn

    ich kenne einge ehemalige Mitarbeiter der DB, die da gekündigt haben, weil sie nicht mehr mittragen wollten, was in der "grundsoliden Bank" abläuft.

  • @ Herrn Keizer
    Die Gretchenfrage wird wohl sein, ob die überdimensionierte Rechtsabteilung und die total überdimensionierte Derivateabteilung auch so grundsolide sind, wie die "grundsolide Bank".

  • (...)

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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