Deutsche Bank
Justiz ermittelt wegen Kirch-Vergleich

Im Fall des Vergleichs der Deutschen Bank mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch ermittelt wieder die Justiz. Grund ist eine Anzeige „von jemandem, der die Bank bereits mehrfach angezeigt hat“.
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FrankfurtDie Deutsche Bank gerät wegen des Vergleichs mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch ins Visier der Justiz. Nach einer Anzeige habe die Staatsanwaltschaft Frankfurt Routine-Ermittlungen eingeleitet und die Vergleichsunterlagen von der Bank angefordert, sagte eine Sprecherin der Behörde am Freitag.

„Die Anzeige kommt von jemandem, der die Bank bereits mehrfach angezeigt hat.“ Zum Namen und Details der Anzeige wollte sie sich nicht äußern. Die Deutsche Bank kooperiere vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft, erklärte ein Sprecher von Deutschlands größtem Geldhaus.

Die Deutsche Bank hat sich vor knapp einem Jahr nach jahrelangem Rechtsstreit bereit erklärt, den Kirch-Erben 925 Millionen Euro zu zahlen. Der frühere Bankvorstandschef Rolf Breuer hatte in einem Interview Zweifel an der Kreditwürdigkeit des wankenden Kirch-Konzerns geschürt – und damit nach Lesart der Kläger dessen Pleite 2002 unausweichlich gemacht.

Einige Eigentümer wie der kritische Aktionär Michael Bohndorf hatten dies auf der jüngsten Hauptversammlung des Instituts heftig kritisiert. Bohndorf äußerte damals den Verdacht, der Vergleich sei geschlossen worden, um die Chancen auf eine Einstellung eines anderen Verfahrens in der Causa Kirch gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen zu erhöhen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • St5aatsanwaltschaften stellen in der Regel solche Strafverfahren mit dem Hinweis wieder ein, es bestehe kein öffentliches Interesse an einer Aufklärung. Gleiches lesen wir aktuell auch in der Abhöraffaire mit der deutschen Bundeskanzlerin.

    Für alle, die diese Strachregelung nicht kennen, ist das die Umschreibung dafür, dass staatliche Stellen involviert sind.

    Sie können auch den Test mit den Medien, z.B. bei der ARD oder dem ZDF machen. Die Sendeanstalten steigen nicht in Themen ein, die die Funktionsfähigkeit des Staates hinterfragen.

    Der Fall Mollath war jedoch dabei ein Versehen und er wird nie wieder vorkommen. Der Mann hatte nur Glück, dass er außerhalb der "Mauern" gehört wurde.

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