Deutsche Bank legt Bericht vor
Weniger Gehalt für Jain und Fitschen

Die Co-Chefs der Deutschen Bank streichen elf Prozent weniger ein. Mit jeweils 6,7 Millionen Euro zählen Jain und Fitschen aber weiterhin zu den Topverdienern im Dax – die Zukunftsstrategie der Bank bleibt aber unklar.
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FrankfurtDas Top-Management der Deutschen Bank muss den Gürtel etwas enger schnallen. Die Vergütung des Vorstands für das vergangene Geschäftsjahr sank um knapp zehn Prozent auf 35,3 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es noch 38,5 Millionen Euro gewesen.

Die Einkünfte der beiden Co-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshu Jain reduzierten sich sogar noch etwas mehr – um elf Prozent auf jeweils 6,66 Millionen Euro. Für die sogenannten Material Risk Takers der Bank – die besondere Pflichten und Aufgaben haben – wurden rund 85 Prozent der variablen Vergütung für 2014 in die Folgejahre aufgeschoben sowie an Leistungs- und Verfallbedingungen geknüpft. Unter ihnen finden sich auch sieben Banker, die zwischen sieben und neun Millionen Euro eingestrichen haben – und damit mehr verdienten als Jain oder Fitschen.

Fitschen und Jain rechtfertigten ihre weiterhin recht hohen Vergütungen mit dem Geschäftsverlauf 2014. Das Ergebnis habe man trotz schwieriger Rahmenbedingungen verbessern können. „Zum ersten Mal haben alle vier Kern-Unternehmensbereiche ein Ergebnis vor Steuern von jeweils mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet“, erklärten beide am Freitagabend. Man habe die Kapitalbasis weiter gestärkt und seit dem Amtsantritt 2012 die Bilanzsumme um fast ein Viertel reduziert.

Die Gesamtvergütung aller Beschäftigten hat sich 2014 auf 10,0 Milliarden Euro (nach 9,9 Milliarden Euro) nur leicht erhöht. Die variable Vergütung ist im Berichtsjahr auf einen Bonuspool von nur noch 2,7 (Vorjahr: 3,2) Milliarden Euro gesunken.

Gleichzeitig nahm aber die fixe Vergütung auf 7,3 (6,7) Milliarden Euro zu. Das Investmentbanking – das in den vergangenen Jahren milliardenschwere Altlasten und Rechtskosten verursacht hat – bekam Einschnitte zu spüren. Die gesamte Vergütung im Bereich sank um 0,7 Prozent, während die Zahl der Mitarbeiter um 0,9 Prozent stieg.

Erstmals wurden die individuellen Bonus-Ziele und deren Erreichen veröffentlicht. Danach schnitten Jain und Fitschen mit jeweils 54 Prozent am schlechtesten ab, Rechts- und Personalvorstand Stephan Leithner schaffte dagegen mit 61 Prozent das beste Ergebnis.

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Weniger Gehalt für Jain und Fitschen

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Strategiefrage bleibt ungelöst

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  • Es ist ein Trauerspiel, was aus der Deutschen Bank geworden ist. Alfred Herrhausen war der wohl letzte Vorstandsvorsitzende, der begriffen hat, daß sich gesundes Gewinnstreben bei adäquatem Risikomanagement und gesellschaftliche Verantwortung nicht ausschließen, sondern sich wechselseitig bedingen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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