Deutsche Bank
Leichter Geldregen nach dem Hua-Xia-Verkauf

Für mehr als drei Milliarden Euro hat die Deutsche Bank ihre Beteiligung an der chinesischen Bank Hua Xia veräußert. Der Verkauf hatte sich über mehrere Monate hingezogen – doch letztlich steht ein kleiner Gewinn.
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ShanghaiDer Verkauf ihrer Beteiligung an der chinesischen Bank Hua Xia spült der Deutschen Bank umgerechnet 3,17 Milliarden Euro in die Kassen. Die Bank bezifferte den Erlös für das knapp 20-prozentige Aktienpaket am Freitag auf 23,2 Milliarden Yuan. Das liegt am unteren Ende der Spanne, die das Institut Ende 2015 angegeben hatte, als es sich mit dem chinesischen Versicherer PICC Property & Casualty Co grundsätzlich über den Verkauf geeinigt hatte.

PICC zahlt nach eigenen Angaben 22,4 Milliarden Yuan – umgerechnet 3,08 Milliarden Euro – an die Deutsche Bank. Die Differenz hatte sie bereits als Dividende von Hua Xia erhalten.

Der Verkauf hatte sich über Monate hingezogen, weil die letzten Genehmigungen der Behörden noch ausstanden. In dieser Zeit verschlechterte sich der Kurs des Yuan. Der Bank winkt nun ein kleiner Buchgewinn. Ende September stand die Beteiligung nur noch mit 2,8 Milliarden Euro in den Büchern. Anfang 2015 war die Beteiligung an Hua Xia umgerechnet mehr als vier Milliarden Euro wert – doch da hatte sich die Deutsche Bank noch nicht zu einem Verkauf durchringen können.

Im Vordergrund stand für die Bank bei dem Verkauf ohnehin die Verbesserung der Kapitalquoten: Die harte Kernkapitalquote, die Ende September bei 11,1 Prozent lag, steigt nach früheren Angaben damit auf etwa 11,6 Prozent. Im Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte das Frankfurter Institut sich den Effekt aus dem schwebenden Verkauf bereits anrechnen lassen dürfen. Beteiligungen an anderen Banken belasten nach dem neuen Eigenkapital-Regelwerk Basel III die Kapitaldecke.

Die mit dem Einstieg bei Hua Xia verbundenen Hoffnungen der Deutschen Bank hatten sich ohnehin nie erfüllt. Auch viele andere Banken haben ihre Beteiligungen in China verkauft. Hua Xia teilte am Freitag mit, man habe anlässlich des Verkaufs die Zusammenarbeit bei Kreditkarten und auf anderen Gebieten mit der Deutschen Bank beendet. Das chinesische Institut wolle nun selbst eine Konsumfinanzierungs-Tochter aufbauen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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