Deutsche Bank
Leitende Angestellte wollen Ackermann als Aufseher

Der Machtkampf bei der Deutschen Bank geht in die nächste Runde. Jetzt drängt eine Vertreterin der leitenden Angestellten im Aufsichtsrat auf Ackermanns Wechsel ins Kontrollgremium. Er habe „nicht ablehnend“ reagiert.
  • 2

Am Dienstag hat sich in Marlehn Thieme erstmals ein Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank öffentlich für den jetzigen Bank-Chef Josef Ackermann als künftigen Chefkontrolleur ausgesprochen. Einen Wechsel des spätestens zur Hauptversammlung 2013 als Vorstandschef ausscheidenden Josef Ackermann in den Aufsichtsrat würde sie begrüßen, sagte Frau Thieme der Nachrichtenagentur dpa. „Ich habe Herrn Dr. Ackermann gebeten - im Auftrag vieler leitender Angestellter der Bank - sich zu gegebener Zeit in den Aufsichtsrat wählen zu lassen, damit seine Kompetenz und diese Vernetzung für unser Haus erhalten bleibt.“ Der Konzernlenker habe sich dazu ihr gegenüber „nicht definitiv ablehnend geäußert“.

Sollte Ackermann tatsächlich in das Kontrollgremium wechseln - ein Schritt, den der Schweizer wiederholt öffentlich ausgeschlossen hatte - wäre er nach Thiemes Dafürhalten auch der geeignete Kandidat für die Führung des Aufsichtsrates: „Zu gegebener Zeit natürlich auch das. Das ist aber zunächst nicht meine Aufgabe, das ist Anteilseignersache. Aber ich würde dem Aufsichtsrat empfehlen, dass wir das der Hauptversammlung entsprechend vorschlagen.“

Bereits als am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, dass Ackermanns Wunschkandidat Axel Weber nicht mehr für den Vorstandsvorsitz der Deutschen Bank zur Verfügung steht, hatte bei Ackermann ein Umdenken eingesetzt. Enge Vertraute von Ackermann berichteten dem Handelsblatt, der jetzige Vorstandschef sei bereit, sich in die Pflicht nehmen zu lassen, um für den Aufsichtsratsvorsitz zu kandidieren. Das war eine gezielte Kampfansage an Clemens Börsig, der nach Ansicht vieler Aufsichtsräte und Vorstandsmitglieder der Größe seiner Aufgabe nicht gewachsen sei.

Das Rennen um die Nachfolge des Deutsche-Bank-Chefs ist nach Worten Thiemes noch offen. „Solange wir keinen Vorschlag kennen, solange ist nichts entschieden“, sagte sie. Sie gehe davon aus, dass das Thema bei der nächsten regulären Sitzung des Kontrollgremiums am 26. Juli besprochen werde. „Ob dann schon eine Entscheidung fällt, kann ich im Moment nicht abschätzen“, betonte Thieme, die sich als erstes Aufsichtsratsmitglied offiziell zu der aktuellen Debatte äußerte. „Wir haben keinen Druck.“ Der Vertrag Ackermanns laufe noch bis zur Hauptversammlung 2013.

Seite 1:

Leitende Angestellte wollen Ackermann als Aufseher

Seite 2:

Widerstand einiger Aufsichtsratsmitglieder gegen Börsigs Modell

Kommentare zu " Deutsche Bank: Leitende Angestellte wollen Ackermann als Aufseher"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bisher habe ich nirgends etwas negatives über hr. Ackermann mitbekommen. Nur eins stört mich: Muss ein Mann wirklich 20 Mill. Euro Einkommen erhalten? Geht es nicht auch mit weniger bzw. kann ein Mann wirklich soviel arbeiten und wert sein?

  • WIE IM KARNEVALSVEREIN BLAU-WEIß
    Also, wenn man gemein wäre, und nur dann natürlich, könnte man diese Veröffentlichung in den Zusammenhang des Ackermann-Vorschlags zum Schuldenschnitt Griechenlands stellen und dann konstatieren, daß sich hier ein Aufsichtsratsmitglied dieser Aktiengesellschaft öffentlich äußert und entgegen dem Aktiengesetz ohne Befugnis, ähh.. Gremienbefugnis, Stellung bezieht. Oder?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%