Deutsche Bank mit neuer Rating-Note
Anleihen mit Noten knapp über Ramsch-Niveau

Ein neues Gesetz in Deutschland macht viele Bank-Anleihen riskanter. Darauf reagiert die Ratingagentur S&P – und passt ihre Bewertung für Deutsche-Bank-Anleihen an. Sie gelten fast nicht mehr als sicheres Investment.
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FrankfurtEinst galten Bank-Anleihen als Witwen- und Waisenpapiere. Doch seit der Finanzkrise hat sich einiges geändert. Künftig sollen Aktionäre und Gläubiger von Banken zuerst Einbußen erleiden, wenn ein Kreditinstitut in Schieflage gerät. Das bekommen nun auch die Besitzer von Anleihen zu spüren, die früher auf einer Stufe mit Spareinlagen standen. Ein deutsches Gesetz, das seit Januar 2017 gilt, stellt diese Anleihen nun schlechter.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat darauf reagiert und den vorrangigen Anleihen, die von dem Gesetz betroffen sind, deutlich schlechtere Noten erteilt. Die Kreditwürdigkeit solcher Papiere der Deutschen Bank wurde um zwei Stufen auf die Note „BBB-“ herabgestuft. Das ist die unterste Ratingstufe, die noch gerade so als sichere Anlage gilt, darunter beginnt der so genannte „Ramsch-Status“, also die Region der Hochrisiko-Anleihen. Im Falle der Deutschen Bank sind Anleihen im Umfang von 53 Milliarden Euro betroffen.

Auch andere deutsche Großbanken sind von diesem Schritt betroffen: Die Deutsche Pfandbriefbank und die HypoVereinsbank etwa erhalten eine ebenso schlechte Note für ihre vorrangigen Anleihen. Nur die Commerzbank erhielt ein Rating, das eine Stufe besser ist.

Tröstlich für die Deutsche Bank: Das so genannte Emittenten-Rating, mit dem S&P beurteilt, wie riskant es ist, mit deutschen Banken Derivate-Geschäfte abzuschließen oder dort Geld zu parken, das wurde heraufgestuft. Es verbesserte sich um eine Stufe auf „A-“. Auch Commerzbank und Deutsche Pfandbriefbank kommen nun auf ein „A-“-Rating. Die Logik dahinter: Da nun die vorrangigen Anleihen schneller haften müssen, wenn eine Bank in Schieflage gerät, sind Spareinlagen und Derivate besser geschützt.

Vor allem die Deutsche Bank hatte im vergangenen Jahr darunter gelitten, dass sie als „Gegenpartei“, also als Geschäftspartner bei Derivate-Geschäften, als relativ unsicher galt. Im vergangenen Herbst, als unklar war, ob die drohende Milliardenstrafe aus den USA für unsaubere Hypothekengeschäfte das Institut überfordern würde, mieden einige Kunden die Deutsche Bank. Das kostete das Institut gerade auch im wichtigen Investmentbanking Marktanteile, wie die Ranglisten für Investmentbanken zeigen.

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