Deutsche Bank nach der Razzia
Ehemalige Mitarbeiter könnten in Deals verwickelt sein

Am Tag nach der neuerlichen Razzia bei der Deutschen Bank stellt sich heraus: Drei frühere Mitarbeiter könnten in die zweifelhafte Aktiendeals verwickelt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft will sich morgen äußern.
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FrankfurtNach der Razzia bei der Deutschen Bank am Dienstag gibt es Hinweise, dass zumindest ehemalige Mitarbeiter des Instituts in Steuerbetrug mit Aktiengeschäften verwickelt waren. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch) geht es um zwei oder drei frühere Manager der Bank, die sich mit einer Gesellschaft in Luxemburg selbstständig gemacht haben sollen. Dort sollen sie sogenannten Cum-Ex-Geschäfte betrieben haben, mit denen Steuerrückerstattungen erschlichen wurden.

Der Anwalt eines Beschuldigten in dem Verfahren sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass ehemalige Bank-Mitarbeiter ebenfalls zu den Beschuldigten gehörten. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hatte den Bericht am Mittwoch nicht kommentieren wollen und auch sonst keine weiteren Angaben machen. Die Behörde will sich voraussichtlich an diesem Donnerstag zu Details der Durchsuchungen äußern.

Am Dienstag hatten Ermittler Büroräume der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Nach Angaben der Bank zielte die Aktion darauf ab, „Beweismittel im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Kunden in Bezug auf bestimmte Wertpapiertransaktionen sicherzustellen“. Heutige Beschäftigte der Bank seien nicht beschuldigt.

Nach Informationen aus Justizkreisen geht es um Steuerbetrug durch Cum-Ex-Geschäfte. Dabei wurden Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch rund um den Dividendenstichtag eines Unternehmens rasch hintereinander zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Die einmal gezahlte Kapitalertragssteuer ließen sich die Beteiligten mehrfach von den Finanzämtern zurückzahlen. Dem Staat sollen mehr als zehn Milliarden Euro Schaden entstanden sein. 2012 wurde die Gesetzeslücke geschlossen, die solche Deals ermöglichte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Aha!
    Noch einer. Herr Staatsanwalt, bitte übernehmen.

  • Wo ist das Problem ? Ich kann mich an viele solcher Cum- und Ex-Transaktionen früher als angestellter Börsenhändler erinnern. Solche Geschäfte hatten keinen Einfluss auf den Bonus. Wer zu doof ist wasserdichte Gesetzestexte zu formulieren, wird halt bestraft. Verboten ist es erst seit der Novellierung 2011.


    Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.


    Ralph

    Investmentbanker (CFA, Eurex- und Xetra-Lizenz)
    - selbst. Börsenhändler -
    Algo- und System-Trading

    Handelsbuch mit 5,0 Mio. € Handelslimit, genehmigt durch die hinterlegte Sicherheit in physischen Gold auf dem Margin-Konto

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