Deutsche Bank: Post akzeptiert auch Aktien

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Post akzeptiert auch Aktien

Jetzt ist es offiziell: Die Post wird Großaktionär der deutschen Bank - wenn auch nur vorübergehend, wie alle Beteiligten betonen. Die Postbank-Übernahme bekommt dadurch eine völlig neue Qualität, denn auch der Staat ist jetzt mit im Spiel.

agr/fmd/hgn/rob DÜSSELDORF. Der Aufsichtsrat der Deutschen Post hat die mit der Deutschen Bank neu ausgehandelten Konditionen für die Übernahme der Post-Tochter Postbank gebilligt. Die Deutsche Post wird dadurch vorübergehend zum Großaktionär der Deutschen Bank, da die Frankfurter einen Teil des Kaufpreises mit eigenen neuen Aktien bezahlen. Künftig ist die Post mit acht Prozent an der Deutschen Bank beteiligt. Durch die neuen Konditionen trennt sich die Post in drei Schritten von ihrer Beteiligung an der Postbank von insgesamt 62 Prozent (siehe Grafik).

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi warnt davor, die veränderten Konditionen der Postbank-Übernahme zu nutzen und Arbeitsplätze zu streichen. "Es ist unsere zentrale Forderung, dass es nicht zu einem Stellenabbau kommt", sagte Verdi-Bundesvorstand Uwe Foullong dem Handelsblatt. Dies sei eine unverrückbare Minimalforderung, zumal sich die Gewerkschaft schon bei der Ankündigung der Fusion gegen diese ausgesprochen habe. Foullong forderte die Deutsche Bank auf, an der geplanten Zwei-Markenstrategie festzuhalten und auch den Vertrieb von Bankprodukten über die Filialen der Deutschen Post fortzuführen.

Mit dem neuen Vertrag beteiligt sich indirekt auch der Staat, der über die KfW rund 30 Prozent der Anteile an der Post hält, an Deutschlands Bankenprimus. Die Beteiligten bemühten sich, die staatliche Beteiligung an der Deutschen Bank von durchgerechnet 2,5 Prozent kleinzureden. Post-Chef Frank Appel betonte, dass es keinerlei politische Einflussnahme gegeben habe. Die Post wolle nicht Großaktionär der Deutschen Bank bleiben. "Wir wollen aus dem Bankgeschäft aussteigen und uns auf unser Kerngeschäft Logistik konzentrieren", sagte Appel. Die Post könne sich aus der Beteiligung bis zur Mitte des Jahres zurückziehen. Bis dahin seien Kurssicherungsmaßnahmen vereinbart worden.

Das Finanzministerium sprach von einer freien Entscheidung "nach unternehmerischen Kriterien", bei der der Staat sich nicht eingemischt habe. Dagegen besitzt der Deal für die Vizefraktions-Chefin der Grünen, Christine Scheel, "ein Geschmäckle". Bisher lehnte die Deutsche staatliche Unterstützung ab, nun erhalte sie diese indirekt.

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