Deutsche-Bank-Prozess
„Für diese Staatsanwaltschaft sollte man keinen Finger rühren“

Im Strafprozess gegen die Top-Banker Fitschen, Breuer und Ackermann ist der Streit zwischen Verteidigern und Staatsanwaltschaft eskaliert. Es herrscht dicke Luft – und die Anwälte schalten auf stur.

MünchenEiszeit zwischen der Deutschen Bank und der Münchner Staatsanwaltschaft: Monatelang haben sich Verteidiger und Ankläger im Strafprozess gegen Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen gefetzt. Am Dienstag eskalierte der Streit vor dem Landgericht München derart, dass die Deutsche Bank ihre Kooperation mit der Staatsanwaltschaft aufkündigte und eine Entschuldigung verlangte.

Selbst Fitschens Verteidiger, der im Prozess um den Fall Kirch bislang gelassen blieb, verlor die Fassung: „So etwas habe ich noch erlebt“, schimpfte er in einer Prozesspause. „Für diese Staatsanwaltschaft sollte man keinen Finger mehr rühren.“

Auslöser waren neue Vorwürfe, mit denen die Ankläger das Frankfurter Geldhaus konfrontierten: Die Bank, so der Verdacht der Staatsanwaltschaft, bereitet Mitarbeiter womöglich gezielt auf Zeugenaussagen in dem laufenden Prozess gegen Fitschen & Co vor. „Mock Trial“ heißt diese Praxis in den USA, Gerichtsprozesse werden dabei zur Ausbildung oder Vorbereitung auf ein Verfahren wie ein Theaterstück mit verteilten Rollen einstudiert. Einer spielt den Richter, einer den Verteidiger und einer den Angeklagten oder Zeugen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Deutsche Bank solch ein „Mock Trial“ schon mit dem früheren Bank-Chef Rolf Breuer durchgespielt hat, als er vor vier Jahren vor dem Oberlandesgericht München aussagen sollte. In dem Zivilprozess ging um milliardenschwere Schadenersatzforderungen des Medienunternehmers Leo Kirch, der Breuer und die Bank sein Leben lang für die Pleite seines Medienimperiums verantwortlich gemacht hatte.

Die Anklage ist überzeugt davon, dass Breuer die Richter damals belog, um die Forderungen abzuwehren. Fitschen, sein Vorgänger Josef Ackermann und zwei weitere sollen dabei mit Breuer an einem Strang gezogen haben. Seit April stehen alle fünf in München vor Gericht.

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„Ein Freispruch ohne Wenn und Aber“

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