Deutsche Bank-Prozess
Heute spricht Jürgen Fitschen

Am zweiten Tag des Betrugsprozesses gegen Jürgen Fitschen und vier ehemalige Top-Banker der Deutsche Bank will der Co-Chef zu den Betrugsvorwürfen Stellung nehmen – aber keine Fragen der Staatsanwaltschaft beantworten.
  • 0

MünchenTag zwei im Münchner Betrugsprozess gegen Spitzenmanager der Deutschen Bank: Heute will sich der wegen Betrugsversuchs angeklagte Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, vor dem Landgericht München äußern. Ihm wird versuchter Prozessbetrug im Fall Kirch vorgeworfen.

Zu Prozessbeginn vor einer Woche hatte die Staatsanwaltschaft die Anklage verlesen, nun haben neben Fitschen auch die vier übrigen beschuldigten Top-Banker Gelegenheit zur Stellungnahme. Wie der amtierende Konzernchef hat auch sein Vorgänger Josef Ackermann eine Erklärung angekündigt. Ackermanns Vorgänger Rolf Breuer will dagegen vorerst schweigen.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Fitschen und vier Ex-Manager aus der Führungsriege der größten deutschen Bank wiegen schwer. Sie sollen vor vier Jahren versucht haben, das Oberlandesgericht München zu täuschen, um eine milliardenschwere Schadenersatzklage des Medienmoguls Leo Kirch abzublocken. Der Unternehmer, der 2011 starb, hatte die Deutsche Bank für den Zusammenbruch seines Imperiums verantwortlich gemacht.

Angeklagt sind neben Fitschen auch seine beiden Vorgänger Rolf Breuer und Josef Ackermann sowie Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig und der ehemalige Vorstand Tessen von Heydebreck. Alle fünf haben aus Sicht der Staatsanwaltschaft einen gemeinsamen Tatplan verfolgt, um die Richter im Kirch-Verfahren mit übereinstimmenden Aussagen zu täuschen. Der Medienunternehmer Leo Kirch hatte bis zu seinem Tod stets Breuer und die Deutsche Bank für die Pleite seines Konzerns verantwortlich gemacht.

Die Verteidiger haben die Betrugsvorwürfe zurückgewiesen und einen Konfrontationskurs gegen die Staatsanwaltschaft vorgezeichnet. Fitschens Verteidiger Hanns Feigen warf den Ermittlern einen willkürlichen Umgang mit Beweismitteln vor. Fitschen werde deshalb nur Fragen des Gerichts, nicht aber der Staatsanwaltschaft beantworten.

„Es wird jetzt ungemütlich“, hatte Fitschen kurz vor Beginn des Betrugsprozesses bereits in einem Interview prophezeit. Nun muss er mitten im Umbau der Deutschen Bank seinen Chefsessel auch noch regelmäßig mit der Anklagebank in München tauschen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutsche Bank-Prozess: Heute spricht Jürgen Fitschen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%