Deutsche Bank: Ratingagentur bewertet Anleihen kritischer

Deutsche Bank
Ratingagentur bewertet Anleihen kritischer

Am Wochenanfang hat die Deutsche Bank erklärt, ausreichend Geld für die Begleichung seiner Pflichtwandelanleihen zu besitzen. Doch Standard & Poor's hegt mit Blick in die Zukunft dennoch Zweifel.

New York/Frankfurt am MainDie Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Bewertung für einige Verbindlichkeiten der Deutschen Bank gesenkt. Die Bonitätswächter haben offenbar Sorge über einen erneuten Verlust des größten deutschen Finanzinstituts. Dieser könnte die jüngste Beteuerung der Bank, dass sie ihre Verbindlichkeiten bedienen kann, in Frage stellen.

S&P hat die Bonitätsnote für „Tier 1“ Kapital – also das harte Kernkapital – der Bank auf B+ von BB- gesenkt. Die Pflichtwandelanleihen (Contingent Convertible Bonds, kurz „CoCo“) gehören zu diesem Kapital. Dementsprechend gelten diese Anlagen zwar noch als relativ sicher, jedoch mit spekulativem Charakter. In der Definition von Standard & Poor's heißt es dazu: „Widrige Geschäfts-, Finanz- oder Konjunkturbedingungen werden die Fähigkeit oder den Willen des Schuldners, seinen finanziellen Obligationen nachzukommen, wahrscheinlich beeinträchtigen.“

Die Haupt-Kreditratings der Deutsche Bank seien durch die Abstufung der Schuldpapiere nicht betroffen, teilte S&P mit. Eine Sprecherin der Deutschen Bank in New York wollte den Bericht der Ratingagentur nicht kommentieren.

Die Deutsche Bank hatte im Januar den ersten Verlust für ein ganzes Geschäftsjahr seit 2008 gemeldet. Die an der Frankfurter Börse notierte Aktie hat seit Jahresanfang rund 40 Prozent an Wert verloren. Die Bank könnte sich schwertun, 2017 Kupons auf Tier-1-Kapital, sogenannte CoCos, zu zahlen, schrieben Analysten von CreditSights in dieser Woche.

Bei den ohne Laufzeitende emittierten Tier-2-Instrumenten, den sogenannten Perpetuals, senkte sie die Bonität von BB auf BB-, geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung hervor. Das zur Verfügung stehende Polster verteilbaren Anlagevermögens der Deutschen Bank sei geschrumpft. Aus diesem Grund könnte die Bank weitere nicht konsolidierte Verluste berichten, hieß es in der Mitteilung von S&P weiter. Mithilfe der Tier 1- und Tier 2-Kennziffern könne man berechnen, wie viel die Banken durch optionale Zahlungen wie Kupons oder Dividenden an ihre Investoren verteilen können.

Die Deutsche Bank veröffentlichte diese Woche aktualisierte Informationen zur Additional Tier-1-Zinszahlungskapazität und gab diese für 2017 mit rund 4,3 Milliarden Euro an. Die Bank verwies auf den erwarteten positiven Effekt von rund 1,6 Mrd. Euro durch den Abschluss des Verkaufs der 19,99 Prozent Beteiligung an der chinesischen Huaxia Bank. Die endgültige Zinszahlungskapazität werde von der operativen Entwicklung der Ergebnisse des Jahres 2016 abhängen, hieß es weiter.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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