Deutsche Bank: Spekulation um weitere Postbank-Abschreibung

Deutsche Bank
Spekulation um weitere Postbank-Abschreibung

Wegen des schwierigen Marktumfelds und wenig Interesse seitens der Investoren könnte die Deutsche Bank gezwungen sein, den Wert ihrer Tochter weiter zu reduzieren. Die Bank dementiert aber.

FrankfurtDie Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Am Mittwochabend kamen Spekulationen auf, dass der Bank weitere Milliardenabschreibungen auf ihre Beteiligung an der Postbank drohen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf zwei Insider, die Tochter würde derzeit noch mit 4,5 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Dieser Wert solle weiter auf 2,8 Milliarden Euro abgeschrieben werden. Prompt rutschte die Aktie kurz vor Handelsschluss des Dax noch einmal um ein Prozent nach unten.

Begründet wurde die Abschreibung damit, dass das Marktumfeld äußerst schwierig sei und bisherige Interessenbekundungen von Käufern nicht über einen Schnäppchenpreis hinausgingen. Für viele Anleger kommt dies nicht überraschend. Und so ließen sich einige dann auch nicht von dem etwas verklausuliert formulierten Dementi der Deutschen Bank zu den Reuters-Recherchen beruhigen.

In ihrem Statement wiesen die Frankfurter daraufhin, dass sie im dritten Quartal 2015 bereits Abschreibungen auf den Buchwert der Postbank vorgenommen hatten. „Zu möglichen weiteren Effekten könnte es kommen, wenn das Closing des Verkaufs näher rückt - was auch von dem Markt zu diesem Zeitpunkt abhängig sein wird. Aber es ist zu früh, um über den möglichen Ausgang zu spekulieren.“ Was so viel heißt, wie weitere Abschreibungen sind zumindest in Kürze nicht zu erwarten. Auf Nachfragen des Handelsblatts wollte die Bank keinen weiteren Kommentar abgeben.

Ein kurzfristiger Verkauf wäre überraschend, hatte die Bank doch gerade erst die Erwartungen der Öffentlichkeit korrigiert, die Entkonsolidierung der Postbank werde in jedem Fall bis Ende 2016 vollzogen. „Die Postbank ist ein Thema der nächsten 24 Monate, das kann heißen, dass wir 2016 hier voranschreiten werden, das kann heißen, dass es erst 2017 passiert. Das machen wir abhängig von der Entwicklung der Postbank und der Entwicklung der Märkte“, erklärte Finanzvorstand Marcus Schenck auf der Jahrespressekonferenz Ende Januar. Dort kündigte er außerdem ein Sparprogramm für die Bonner an, das mit Einschnitten für Mitarbeiter und Filialen einhergehen soll.

Die Deutsche Bank hatte im April beschlossen, sich von ihrer Postbank-Mehrheit zu trennen - bevorzugt über einen Börsengang. Hintergrund sind steigende Kapitalanforderungen der Aufseher, die die Deutsche Bank dazu zwingen, ihre Bilanz zu verkleinern.

Das Auf und Ab an den Märkten setzt der Deutschen Bank derzeit wie kaum einem anderen Unternehmen zu. Nach dem Absturz zu Wochenbeginn zog die Aktie am Mittwoch um über zehn Prozent an und ging bei 14,58 Euro aus dem Handel. Viele Investoren haben das Vertrauen verloren, dass die jahrelangen Umbauarbeiten irgendwann zum Erfolg führen werden.

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