Deutsche Bank
Strafprozess gegen Breuer läuft an

Die Staatsanwaltschaft München verdächtigt den früheren Chef der Deutschen Bank, im Prozess gegen den Medienunternehmer Leo Kirch gelogen zu haben. Im August muss Breuer vor dem Richter Rede und Antwort stehen.
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MünchenDer Strafprozess gegen den ehemaligen Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer wegen Betrugsverdachts beginnt in zwei Monaten. Erster Verhandlungstermin vor der 3. Strafkammer sei der 18. August, teilte das Oberlandesgericht München mit. Hintergrund des Verfahrens ist die Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Bank und dem gescheiterten Medienunternehmer Leo Kirch. Dieser wirft Breuer vor, mit Äußerungen über die Kreditwürdigkeit der Gruppe im Jahr 2002 den Zusammenbruch des Medienimperiums ausgelöst zu haben. Kirch will Schadensersatz in Milliardenhöhe.

In einem der Zivilverfahren hatte Breuer ausgesagt, er habe keinen besonderen Einblick in die Kreditakte Kirch gehabt. "Ich verfüge über keinerlei spezifische Kenntnisse aus irgendwelchen Interna", sagte er bei seiner Befragung. "Unsere eigene Kreditakte habe ich nie gesehen." Die Staatsanwaltschaft hält die Äußerungen für "bewusst wahrheitswidrig": Unterlagen belegten, dass Breuer durchaus detailliert Bescheid gewusst habe. Die Deutsche Bank und Breuers Anwalt hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Mit dem Strafverfahren, für das zunächst vier Verhandlungstermine angesetzt sind, wird es für Breuer noch enger. Die Auseinandersetzung mit Kirch ist für ihn ohnehin schon sehr aufwendig. So muss Breuer in einem Zivilverfahren in München derzeit im Monatsrhythmus vor Gericht erscheinen. Der Richter hat den Beteiligten eindringlich einen Vergleich ans Herz gelegt. Er hält es durchaus für möglich, dass Breuer mit seinen Aussagen über die Kreditwürdigkeit Kirchs geschäftliche Interessen verfolgte.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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